Für manche ein Idol, für andere ein Feindbild: Aufräum-Guru Marie Kondo.

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Dass das Aufräumen der eigenen Wohnung Potenzial für eine Hitserie hat, dürfte nicht für jeden naheliegend sein. Netflix hat es erkannt und mit "Aufräumen mit Marie Kondo" großes Publikum gefunden.

Der Erfolg rund um die TV-Entrümpelung ist mittlerweile auch auf Onlinemarktplätzen zu spüren, berichtet GQ. Entdeckt wurde auch eine Häufung von Männern, die sich darüber beschweren, dass sie dank Kondo zum Aufräumen verdonnert wurden.

Erzwungene Entrümpelung

Dokumentiert werden Beschreibungen für gebrauchte Kleidungsstücke auf der Plattform Grailed. "Kaum getragen, meine Frau zwingt mich dazu, es zu Marie-Kondoen. Toll."," ist dort etwa zu lesen. Oder in einem anderen Angebot sinngemäß: "Ich verkaufe das nur, weil meine Freundin den Marie-Kondo-Wahnsinn an meinem Kleiderschrank auslebt."

Seit Netflix die Aufräumserie online gebracht hat, hätten sich die Erwähnungen von Marie Kondo verdoppelt, heißt es Seitens Grailed. Zuvor gab es nur relativ wenige Verweise auf ihre Bücher, die sich ebenfalls gut verkauft haben.Der Effekt ist aber nicht ganz so dramatisch, wie man vielleicht denken mag. Im vergangenen Monat wurde Kondo von elf Verkäufern in 30 verschiedenen neuen Angeboten erwähnt. Auch die Second Hand-Kette Beacon’s Closet verzeichnet einen Besucherzuwachs seit dem Start der Serie.

Nur behalten, was Freude bringt

Die Aufräumstrategie von Marie Kondo ist durchaus umstritten. Denn Kriterien wie Platzbedarf führen bei ihr eine bestenfalls untergeordnete Rolle. Das Grundprinzip läuft darauf hinaus, dass man jedes Besitzstück, das nicht unmittelbar zum eigenen Glücksempfinden beiträgt, loswerden sollte. (red, 8.3.2019)