Seit dieser Woche wissen wir, wer Arbeitsplätze schafft – die Wirtschaft. So hat es zumindest die Frau Sozialministerin Hartinger-Klein sehr klar im Parlament doziert. Dass sich die Schaffung von Arbeitsplätzen in Wahrheit ein bisschen komplexer gestaltet, kann hier in aller Kürze und Prägnanz nachgelesen werden. Doch lassen wir das. Bleiben wir für den folgenden Gedanken beim ministeriellen Postulat und fragen im Gegenzug: Wer vernichtet die Arbeitsplätze? Die Antwort: die Wirtschaft. Genau genommen die Digitalwirtschaft. Denn der kapitalistischen Logik folgend, produziert die Wirtschaft zum geringsten und bietet zum höchst möglichen Preis an. Sowie der Roboter die gleiche Qualität zum günstigeren Preis liefert, ist der Arbeiter auch schon wieder vergessen. Seien wir also darauf vorbereitet, dass schon sehr bald sehr viele Menschen über sehr viel freie Zeit verfügen werden. Was werden sie wohl damit anfangen? Die Wirtschaft bietet die Lösung an – sie lagert immer mehr Dienstleistungen an den Kunden aus. Das Online-Konto ersetzt den Schalterbeamten, der digitale Amtsweg den pragmatisierten Staatsdiener und der Sprachassistent den telefonischen Kundendienst. Was lernen wir daraus für die nächste Debatte im Parlament? Die Wirtschaft gibt´s und die Wirtschaft nimmt´s (Markus A. Gaßner, 1.3.2019)