Jared Kushner hat nun Zugang zu streng geheimen Informationen. Ob das gut ist, darüber sind sich die US-Geheimdienste nicht sicher.

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Washington – US-Präsident Donald Trump hat mehreren Zeitungsberichten zufolge trotz Bedenken von Geheimdienstmitarbeitern seinem Berater und Schwiegersohn Jared Kushner Zugang zu streng geheimen Informationen verschafft.

Sein Stabschef John Kelly habe dagegen schriftlich protestiert, schreiben "New York Times" und "Washington Post". Der Chef des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, der Demokrat Adam Schiff, sprach von "Nepotismus" im Hause Trump.

Debatte um Manipulation

US-Medien hatte schon zuvor berichtet, Kushner habe die Freigabe einst wegen Bedenken der Geheimdienste nicht erhalten. Die CIA hatte offenbar schwere Bedenken wegen Kushners Kontakten zu ausländischen Regierungen, darunter Saudi-Arabien. Man habe ausländische Beamte dabei abgehört, wie sie Wege besprachen, um den politisch völlig unerfahrenen Kushner zu manipulieren.

Trump habe eine entsprechende Freigabe für Kushner im Mai angeordnet, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf vier über den Vorgang unterrichtete Personen.

Protest gegen Nepotismus-Vorwurf

Dies stehe im Widerspruch zu Erklärungen von Trump gegenüber dem Blatt, hieß es weiter: Er habe im Januar in einem Interview erklärt, keine Rolle bei der Bewilligung gespielt zu haben. Auch seine Tochter und Beraterin, Kushners Ehefrau Ivanka Trump, weist Vorwürfe zurück, ihr Mann oder sie hätten ihre Rollen wegen Nepotismus erhalten.

Präsidialamtssprecherin Sarah Huckabee Sanders habe einen Kommentar zu dem Bericht abgelehnt. Eine Sprecherin Kushners teilte mit, der Antrag auf Freigabe habe "alle normalen Wege durchschritten", sagte aber nicht, ob auch die Bestätigung auf "noralem Wege" erfolgt sei. (mesc, Reuters, 1.3.2019)