Bei der Vergabe von Bohrlizenzen in Nigeria hegt die niederländische Justiz den Verdacht von Bestechung.

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London – Die niederländische Justiz will den Ölkonzern Shell wegen des Verdachts der Bestechung von Politikern in Nigeria anklagen. Die Ermittlungen hätten ausreichende Anhaltspunkte für strafbares Verhalten ergeben, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag in Den Haag. In dem Fall geht es um Schmiergeldzahlungen für Bohrlizenzen.

Vor einem italienischen Gericht läuft bereits ein Verfahren. Die dortige Staatsanwaltschaft vermutet, dass Shell und der italienische Energiekonzern Eni mehr als eine Milliarde Euro Bestechungsgelder gezahlt haben könnten.

Vorwürfe zurückgewiesen

Die niederländische Justiz wollte sich im Detail noch nicht zu dem Fall äußern. Zunächst müssten die Ermittlungen abgeschlossen werden, sagte die Sprecherin. Der Shell-Konzern bestätigte, dass die Justiz eine Anklage im Zusammenhang mit dem Erwerb für Lizenzen für Probebohrungen in einem nigerianischen Ölfeld mit der Nummer OPL245 plane. Den Vorwurf strafbaren Verhaltens wies der Konzern zurück.

Dieses Ölfeld steht auch im Zentrum des Verfahrens, das die italienische Justiz gegen Shell und Eni führt. Für die Bohrlizenz im Feld OPL245 sollen die beiden Konzerne rund 1,1 Mrd. Euro gezahlt haben, wovon eine Milliarde auf ein Londoner Bankkonto gegangen sein soll. Von dort sollen dann Bestechungsgelder an nigerianische Politiker geflossen sein. (APA, 1.3.2019)