Niederlagen gegen Barcelona sind für die Königlichen besonders bitter.

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Real muss am Dienstag gegen Ajax wieder in die Spur finden.

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Madrid – Eine historische Niederlage gegen den Erzrivalen hat Real Madrid am Samstag endgültig in eine veritable Krise gestürzt. Nur drei Tage nach dem 0:3 in der Copa del Rey setzte es wieder im Bernabeu-Stadion den nächsten Tiefschlag gegen den FC Barcelona. Diesmal triumphierten die Katalanen in der Liga mit 1:0.

Die Folgen von Reals "Clasico"-Pleiten: Die Chance auf die Cup-Trophäe ist dahin, der Meistertitel kann bei zwölf Punkten Rückstand und zwölf ausstehenden Runden nur noch theoretisch erreicht werden. Zudem stellte Barcelona in der Pflichtspiel-Bilanz gegen Real auf 96:95-Siege und führt diese Wertung erstmals seit 88 Jahren an. Die jüngsten vier Liga-Duelle im Bernabeu gingen allesamt an Barca – noch nie hat Real vier Heimspiele in Folge gegen einen Club verloren.

Durchhalteparolen von Solari

Trotz dieser Statistiken wollte Real-Trainer Santiago Solari nicht in Weltuntergangsstimmung verfallen. "Es war ein ausgeglichenes Spiel. Wir sind als Kollektiv aufgetreten", meinte der Argentinier und sagte mit Blick auf die Tabelle: "Der Rückstand spielt keine Rolle. Die Meisterschaft ist erst entschieden, wenn sie rechnerisch entschieden ist."

Im Gegensatz zum 0:3 am Mittwoch, als Real das Geschehen klar beherrschte und von der eigenen Ineffizienz bestraft wurde, blieben die drittplatzierten Gastgeber gegen den Tabellenführer am Samstag weitgehend harmlos. Zwingende Torchancen gab es für den Rekordmeister praktisch keine. Dennoch sei auch diesmal viel Pech im Spiel gewesen, beteuerte Rechtsverteidiger Dani Carvajal. "Der Fußball war ungerecht zu uns. Wir haben es nicht verdient, diese zwei Spiele zu verlieren."

Gelegenheit zu einem erfolgreichen Real-Auftritt im Bernabeu gibt es schon am Dienstag, wenn es im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Ajax Amsterdam geht. Der Titelverteidiger startet mit einem 2:1-Vorsprung in die Partie.

Phrasen von Valverde

Barcelona ist erst wieder am Samstag im Heimspiel gegen Rayo Vallecano im Einsatz, vier Tage danach kämpft man wieder im Camp Nou gegen Olympique Lyon um den Einzug ins Champions-League-Viertelfinale. Zunächst war beim Meister aber Feiern angesagt. "Wir waren heute viel stärker als am Mittwoch", freute sich Trainer Ernesto Valverde.

Den großen Rivalen wollte der Barca-Coach aber noch nicht abschreiben. "Es wäre absurd zu glauben, die Meisterschaft ist entschieden. Real ist immer ein Titelanwärter und kann schnell wieder zurückkommen, und dann gibt es auch noch Atletico Madrid." Das Team von Trainer Diego Simeone gewann am Sonntag bei Real Sociedad San Sebastian dank zwei Toren von Alvaro Morata (30./33.) mit 2:0 und festigte damit seinen zweiten Platz hinter dem FC Barcelona. Atletico liegt nun fünf Punkte vor dem drittplatzierten Stadtrivalen Real Madrid.

Bis auf eine Gelb-Rote Karte gegen Koke nach einer guten Stunde lief das Gastspiel für Atletico planmäßig, obwohl Top-Torschütze Antoine Griezmann zum ersten Mal seit Oktober in drei aufeinanderfolgenden Pflichtspielen nicht traf. (APA, 3.3.2019)