Amazon wird aktuell dafür kritisiert, dass über "Amazon Smile" Geld an Impfgegner gespendet werden kann.

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Amazon erlaubt es, an Non-Profits zu spenden, bei denen es sich um Impfgegner handelt. Das hat eine Recherche des britischen "Guardian" ergeben. So bietet der Onlineversandhändler die Initiative "Amazon Smile" an, über die Käufer 0,5 Prozent des Preises ihrer erworbenen Produkte an verschiedenste Organisationen ihrer Wahl spenden können. Vier bekannte Anti-Impf-Organisationen, darunter das National Vaccine Information Center aus den USA, werben auf ihren Webseiten prominent dafür, mindestens sechs weiteren Non-Profits können Nutzer spenden zukommen lassen.

Auch Facebook und Youtube

Amazon ist somit laut "Guardian" ein weiteres US-Unternehmen, welches Impfgegnern – ob absichtlich oder nicht – die Möglichkeit schafft, ihre Propaganda zu verbreiten. Facebook und Youtube mussten dafür in den vergangenen Wochen bereits viel Kritik einstecken. Auf deren Seiten verbreiteten sich zum Teil impffeindliche Inhalte rasanter als wissenschaftlich belegte – auch aufgrund des Algorithmus der Plattformen.

Wenig Umsatz

Die Gruppierungen lobbyieren etwa dafür, dass es Bürgern erlaubt sein solle, ihre Kinder nicht impfen zu lassen, ohne dass es dafür medizinische Gründe gibt. Age of Autism, eine Non-Profit, die propagiert, dass Impfen und Autismus miteinander in Verbindung stünden, gibt auf ihrer Webseite etwa an, dass Amazon für jeden Einkauf auf smile.amazon.com spenden würde. Wie viel Geld tatsächlich gespendet wurde, ist unbekannt. Jedoch würden solche Organisationen grundsätzlich mit wenig Geld auskommen – eine der größten hatte etwa 2017 einen Umsatz von 1,2 Millionen US-Dollar, kleinere weniger als 100.000 Dollar.

Empfehlungen für impffeindliche Inhalte

Auch erlaubt Amazon Larry Cook, einem bekannten Impfgegner, auf der Webseite impffeindliche Bücher und DVDs zu empfehlen. Auf Youtube etwa darf er seit kurzem nicht mehr werben, auf Facebook führt er eine private Gruppe mit 150.000 Nutzern.