Wegen Missbrauchsvorwürfen wurde er angeklagt und kam gegen Kaution frei. Nun ist R. Kelly wieder im Gefängnis, allerdings geht es dieses Mal um fehlende Unterhaltszahlungen.

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Chicago – Der vor einer Woche gegen Kaution freigelassene US-Sänger R. Kelly ist wieder in Haft. Grund für die erneute Inhaftierung seien versäumte Unterhaltszahlungen in Höhe von 161.000 Dollar (141.000 Euro), erklärte Sophia Ansari von der Polizeibehörde in Chicago nach einer Gerichtsanhörung am Mittwoch.

Der des sexuellen Missbrauchs beschuldigte Musiker wurde demnach in Gewahrsam genommen und sollte in das Cook County Gefängnis im US-Bundesstaat Illinois gebracht werden. Kelly müsse den vollen ausstehenden Betrag zahlen, sagte die Polizeisprecherin. Der nächste Gerichtstermin in dem Streit um Unterhaltszahlungen sei für den 13. März angesetzt.

Missbrauchsvorwürfe seit vielen Jahren

Kelly wird des schweren sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen beschuldigt. Betroffen sind vier Frauen, von denen drei zum damaligen Zeitpunkt noch minderjährig waren. Kelly hatte am 25. Februar auf nicht schuldig plädiert. Nach drei Nächten in Polizeigewahrsam kam er gegen eine Kautionszahlung von 100.000 Dollar auf freien Fuß.

Vor wenigen Tagen distanzierte er sich in einem aufsehenerregenden TV-Interview von den Vorwürfen, die es seit vielen Jahren gibt. Begonnen hat es im Jahr 1994 mit Kellys Ehe mit der Sängerin Aaliyah, damals 15 Jahre alt. In der Heiratsurkunde wird ihr Alter fälschlicherweise mit 18 Jahren angegeben, dies führt zur Annullierung der Ehe. Wenig später soll er eine Beziehung mit der 17-jährigen Lizzette Martinez geführt haben. Es folgen zahlreiche Gerichtsverfahren, die meisten werden außergerichtlich beigelegt. 2008 endete ein Verfahren wegen Kinderpornografie mit einem Freispruch. (APA, AFP, red, 7.3.2019)