Neapel – Das Stadio San Paolo zählt zu den Kultstätten des Fußballs, obwohl es eine ziemliche Bruchbude ist. Der SSC Napoli haust dort, in Gedenken an Diego Maradona wird es nicht abgerissen. Am Donnerstagabend war Red Bull Salzburg zum Hinspiel des Achtelfinales der Europa League zu Gast, Trainer Carlo Ancelotti bezeichnete den österreichischen Meister im Vorfeld als "exzellente Mannschaft". Kollege Marco Rose gab das Kompliment zurück. "Wir müssen in jeder Sekunde total aufmerksam sein."

Die Salzburger begannen vor rund 35.000 Zuschauern mutig, Hannes Wolf vergab die erste Chance des Spiels (5.). Neun Minuten lang ließ man nichts anbrennen, war also sehr aufmerksam. 10. Minute: Der Belgier Dries Mertens spielt den Polen Arkadiusz Milik frei, Salzburgs Abwehr ist mit einem Pass ein Durcheinander. Milik umkurvt Tormann Alexander Walke und schiebt den Ball zum 1:0 ein. 16. Minute: Patson Daka befördert das Runde ins Eckige, klares Abseits, kein Ausgleich. 18. Minute: Der Spanier Fabian Ruiz volliert von der Strafraumgrenze das 2:0.

Neapolitanischer Jubel.
Foto: REUTERS/CIRO DE LUCA

Napoli, aktuell der Tabellenzweite der Serie A, hatte also recht früh für klare Verhältnisse gesorgt. Kapitän Lorenzo Insigne saß zunächst nur auf der Bank. Salzburgs Befürchtung, Napoli sei stärker als all das bisher da gewesene in der Europa League, Borussia Dortmund und Lazio Rom inklusive, hatte sich bewahrheitet. Ballsicherheit, individuelle Klasse und kollektiver Spielwitz imponierten. Den Salzburgern fehlte nicht nur die Genauigkeit. Man wollte wie gewohnt pressen, fand allerdings keinen Weg. Sporgeschäftsführer Christoph Freund analysierte in der Pause messerscharf: "Wir haben leider zu viele Fehler gemacht."

Eigentor

47. Minute: Der diesmal schwache Munas Dabbur scheitert an Goalie Alex Meret und verpasst somit die erste und letzte Chance auf eine Wende. 52. Minute: Mertens zieht ab, Walke verhindert mit einem tollen Reflex das dritte Gegentor. Es sollte wenig später fallen. 58. Minute: Mario Rui flankt, Innenverteidiger Jerome Onguene köpfelt ins eigene Tor, es war quasi ein unhaltbarer Hechtkopfball.

Machtlos beim Eigentor: Goalie Walke.
Foto: APA/AFP/ANDREAS SOLARO

Napoli war in der Folge gnädig, beließ es beim 3:0. Die Salzburger konnten eine gewisse Form von Depression nicht verheimlichen, eine Topchance wurde von Fredrik Gulbrandsen stümperhaft vergeben (82.), eine weitere nicht stümperhaft (90.). Wolf war auffälligster Akteur. Das Rückspiel steigt am 14. März um 18.55 Uhr. Die Red-Bull-Arena ist bereits ausverkauft. Xaver Schlager kassierte in Neapel eine gelbe Karte, er ist gesperrt. Was aber ziemlich egal sein dürfte. (red, 7.3.2019)

Salzburger Enttäuschung.
Foto: REUTERS/CIRO DE LUCA

Fußball-Europa-League, Achtelfinale, Hinspiel:

SSC Napoli – Red Bull Salzburg 3:0 (2:0).
Neapel, Stadio San Paolo, 35.000, SR Kubalkow/BLR.

Tore:
1:0 (10.) Milik
2:0 (18.) Ruiz
3:0 (58.) Onguene (Eigentor)

Napoli: Meret – Hysaj, Maksimovic, Koulibaly, Rui – Callejon, Allan, Ruiz, Zielinski (66. Diawara) – Milik (81. Ounas), Mertens (72. Insigne)

Salzburg: Walke – Lainer, Ramalho, Onguene, Ulmer – X. Schlager (76. Minamino), Samassekou, Wolf, Junuzovic (61. Mwepu) – Daka (61. Gulbrandsen), Dabbur

Gelbe Karten: Koulibaly, Maksimovic (beide im Rückspiel gesperrt), Ounas bzw. Schlager (im Rückspiel gesperrt)

Rückspiel am 14. März (18.55 Uhr) in Salzburg.