Mittels einer speziellen Technologie, genannt Fracking, holen US-Unternehmen mehr und mehr Rohöl aus dem Boden.

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Paris – Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) werden die USA ihre Ölexporte dank der Schieferölförderung kräftig steigern. In den kommenden fünf Jahren werden demnach die US-Ölexporte jene Russlands übertreffen und zu denen Saudi-Arabiens aufschließen. Das geht aus dem Bericht "Oil 2019" hervor, der am Montag veröffentlicht wurde.

In den kommenden fünf Jahren würden die Vereinigten Staaten somit für 70 Prozent des globalen Anstiegs der Ölproduktion verantwortlich sein. Das führende Opec-Land Saudi-Arabien will indes seine Fördermenge nach Informationen von Insidern im April stärker als vereinbart senken. Das zu den größten Förderländern der Welt zählende Königreich wolle die Produktionsmenge im kommenden Monat unter der Marke von zehn Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag halten, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag. Die Agentur berief sich auf einen namentlich nicht genannten saudischen Offiziellen. Die Meldung sorgte anschließend für einen Anstieg der Ölpreise.

Kritik an Förderpolitik der Saudis

Im vergangenen Jahr hatten die in der sogenannten OPEC+ zusammengeschlossenen Staaten des Ölkartells und verbündeter Staaten wie Russland eine Kürzung der Fördermenge beschlossen. Der Beschluss ist zu Beginn des Jahres in Kraft getreten. Saudi-Arabien hatte dabei eine Senkung auf 10,31 Millionen Barrel pro Tag zugesagt. Die neue Förderpolitik der Opec wurde in den vergangenen Monaten mehrfach von US-Präsident Donald Trump kritisiert. Nur wenige Tage nach der jüngsten Kritik Trumps hatte sich Saudi-Arabien für eine Fortsetzung der Förderkürzung ausgesprochen.

Abflachende Nachfrage

Die USA hatten in den vergangenen Jahren enorm viel Öl auf den internationalen Markt gepumpt und damit versucht, die Macht der Opec zu untergraben. Mit der umstrittenen Fracking-Methode hatten die Amerikaner neue Quellen erschlossen und ihre Produktion damit deutlich nach oben gefahren. Die Opec-Staaten und die USA liefern sich seit langem einen erbitterten Wettstreit auf dem Ölmarkt. Die IEA warnte vor den Folgen eines wachsenden Exports von US-Öl: Das werde die internationalen Handelsströme von Rohöl verändern, mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die Geopolitik, sagte IEA-Direktor Fatih Birol. Generell rechnet die IEA in den kommenden Jahren aber mit einem schwächeren Wachstum der weltweiten Nachfrage nach Rohöl. Das gehe teilweise auf die konjunkturelle Abkühlung in China zurück. (dpa, 11.3.2019)