Das Vereinigte Königreich durchlebt eine der schwersten Krisen seiner Geschichte. Auch wenn sich in letzter Minute besonnene Geister darum bemühen, das Schlimmste abzuwenden, ist es gut möglich, dass es in Bälde zu einem No-Deal Brexit kommt. Und was tun die Parlamentsabgeordneten der regierenden Tories in dieser angespannten Lage? Sie diskutieren über den möglichen Nachfolger von Premierministerin Theresa May. Zu allem Überfluss dürfte der frühere Außenminister und Hardcore-Brexiter Boris Johnson gute Chancen auf das Amt haben. Er war es, der den Briten vor dem Brexit-Votum fälschlicherweise eine Ersparnis von 350 Millionen Pfund pro Woche versprach, die in das marode Gesundheitssystem NHS investiert werden sollten. Was denkt sich nur der britische Wähler angesichts der vielen, unfreiwillig komischen Höhepunkte im Brexit-Drama?

Boris Johnson, neuer PM?
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Eine Regierung, die nicht streitet

Stellen wir uns vor, es gibt tatsächlich schon recht bald eine neue britische Regierung, deren einzige Leistung darin bestünde, dass sie (zumindest nach außen) nicht streitet. Was wäre das für eine Wohltat für die leidgeprüften Briten? Würden sie ihre Regierung nicht einfach nur deshalb so lieben, weil sie nicht mehr streitet und alle Regierungsmitglieder nach außen mit einer Stimme auftreten? So etwas gibt es schon hier mitten in Europa. (Markus A. Gaßner, 20.3.2019)