Es ist die dritte Strafe für Google von EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.

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Die EU-Wettbewerbshüter haben zum dritten Mal eine Milliardenstrafe gegen Google verhängt. Bei Suchmaschinenwerbung im Dienst "Adsense for Search" seien andere Anbieter unzulässigerweise behindert worden, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. Das Unternehmen müsse daher rund 1,49 Milliarden Euro Strafe zahlen.

Bei "Adsense for Search" können andere Internetseiten Google-Suchmasken einbinden und erbringen dafür Gegenleistungen.

Die Kommission hat Googles Geschäftsverhalten bereits seit geraumer Zeit im Visier. Wegen Missbrauchs der marktbeherrschenden Stellung bei Produktanzeigen in Suchergebnissen verhängte sie 2017 eine Strafe von 2,42 Milliarden Euro. Wegen Wettbewerbseinschränkungen beim Smartphone-System Android wurde 2018 sogar die Rekordstrafe von 4,34 Milliarden Euro fällig. Der Konzern verdaute die Strafen innerhalb eines Quartals – allerdings setzte die Kommission auch Änderungen an Googles Geschäftsmodell durch.

Gesunder Markt

Google habe mehr als zehn Jahre lang seine marktbeherrschende Stellung missbraucht und anderen Unternehmen die Chancen auf fairen Wettbewerb und Innovationen verbaut, sagte Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager. Internetportalen, die Adsense einbanden, seien vertragliche Beschränkungen auferlegt worden, andere Anbieter zu nutzen. Das Geschäftsgebaren bestand demnach mindestens seit dem Jahr 2006. Im Jahr 2016 – nach ersten Einwänden der Kommission – hob Google die Einschränkungen auf.

Kent Walker, Chef für globale Angelegenheiten bei Google, sagt dazu: "Wir waren uns immer schon einig, dass ein gesunder, gedeihender Markt gut für alle ist." Google habe bereits basierend auf den Bedenken der Kommission mehrere Änderungen angestrebt, in den nächsten Monaten seien weitere Updates geplant, um Rivalen in Europa sichtbarer zu machen.

Dritte Strafe

Es ist die dritte Strafe für Google von Wettbewerbskommissarin Vestager: Im Juni 2017 wurden 2,42 Milliarden Euro wegen einer unzulässigen Vorzugsbehandlung des eigenen Preisvergleichsdiensts verhängt. Im Juli 2018 kamen 4,34 Milliarden Euro wegen illegaler Praktiken bei Android-Mobilgeräten dazu. (Reuters, 20.3.2019)