Die geplante Übernahme des Kabelkonzerns Unitymedia durch den Wettbewerber Vodafone stößt Insidern zufolge bei den EU-Kartellwächtern weiterhin auf Bedenken. Die EU-Kommission werde Vodafone und dem Unitymedia-Eigentümer Liberty Global in Kürze offiziell mitteilen, warum sie die geplante Fusion ablehnt, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. Der britische Telekom-Konzern Vodafone, der bereits Kabel Deutschland übernommen hatte, will Liberty Media deren Kabel-Geschäft in Deutschland und Osteuropa für 18,4 Milliarden Euro abkaufen.

Deutschland und Tschechien

Die EU hatte bereits im Dezember eine eingehende Prüfung des Zusammenschlusses angekündigt, weil er vor allem in Deutschland und Tschechien den Wettbewerb auszuhebeln drohe. In Rumänien und Ungarn sieht sie dagegen keine Probleme.

Unitymedia und Vodafone haben sich die Kabelnetze in fast ganz Deutschland regional aufgeteilt. Unitymedia ist in Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen aktiv. Vodafone würde mit seinem Fernsehkabelnetz damit künftig mehr als zwei Drittel aller Haushalte in der Bundesrepublik erreichen. Die Märkte für Festnetz-Telekommunikation, Mobilfunk, Kabel und Breitband wachsen immer stärker zusammen. Daher hatten die beiden Partner gehofft, dass die EU-Kommission die Kabel-Ehe weniger kritisch beurteilen würde als in der Vergangenheit. Vodafone will damit der Deutschen Telekom besser Paroli bieten. Telefonica Deutschland hat gefordert, die Übernahme zu verbieten. (Reuters, 20.3.2019)