Das Vereinigte Königreich bereitet sich auf den Ernstfall vor. Offenbar vertraut die Verwaltung nicht mehr darauf, dass Premierministerin Theresa May in letzter Minuten mit der EU eine Einigung für einen Soft-Brexit oder gar einen Aufschub bis Ende Juni erreichen wird. Deshalb startet ab nächsten Montag Operation "Yellowhammer". Bis zu 5.000 Beamte werden in Notfallzentren abgezogen, um das zu erwartende Verkehrs- und Versorgungschaos auf der Insel möglichst zu verhindern. Die Regierung könnte bei einem No-Deal Brexit mit Sondervollmachten und Notfallgesetzten ohne Zustimmung des Parlaments regieren. Derartige Szenarien kennt man nicht nur aus Katastrophenfilmen, sondern auch von Diktaturen, autokratischen Regimen und Situationen nach Terroranschlägen und Naturkatastrophen. Im vorliegenden Fall hat sich jedoch eine führende, demokratische Wirtschaftsnation aus freien Stücken in eine Lage manövriert, die zwar hoffentlich keine Menschenleben kosten wird. Dennoch werden die Briten nach einem No-Deal-Brexit-Chaos und Mangelversorgung erleben. So einen Plot liefern nicht einmal die Drehbücher für billige Trash-Movies. (Markus A. Gaßner, 21.3.2019)