Was in der Debatte rund um den ORF und die Rundfunkgebühren großteils untergeht, ist der Kultursender Ö1. Dabei handelt es sich um ein Programm, das sogar die BBC und den Deutschlandfunk in den Schatten stellt. Ohne Werbung werden hier Themen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft in einer Form abgehandelt, die den regelmäßigen Hörer zum lebenslangen Studierenden werden lassen. Ö1 bietet auch Musik, und zwar von der Klassik bis zum Jazz, von der experimentellen Musik bis zu World Music aus allen Richtungen.

Umso mehr verwundert es, dass Ö1 jüngst sein wöchentliches Gesundheitsmagazin zum Thema "Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch" auf Twitter damit bewarb, dass "ein gesunder Lebensstil und … regelmäßiger Sex die wichtigsten Maßnahmen" gegen Kinderlosigkeit seien. Zitiert wurde eine Gynäkologin. Das ist ein Schlag ins Gesicht all jener, die aus medizinischen Gründen keine Kinder bekommen können. Im Übrigen wird man auch nicht lange suchen müssen, um im Ö1-Archiv-Sendungen und -Beiträge zu finden, die die steigende Unfruchtbarkeit der Menschen (aus verschiedensten Gründen) beschreibt. Was treibt Ö1 also zu so einer flachen und beleidigenden Kommunikation? Man kann nur hoffen, dass es sich nicht um einen Ausblick auf die drohende Verflachung des Programms nach der zu erwartenden Rundfunkreform handelt. (Markus A. Gaßner, 26.3.2019)

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