Parteichef Uttama Savanayana darf wohl feiern.

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Bangkok – Bei Thailands erster Parlamentswahl seit dem Militärputsch vor fünf Jahren ist die Armee-Partei Phalang Pracharat (PPRP) nach offiziellen Angaben stärkste politische Kraft geworden. Für die Partei von Premierminister Prayut Chan-o-cha stimmten am vergangenen Sonntag 8,4 Millionen Wähler, wie die staatliche Wahlkommission nach Auszählung aller Stimmen am Donnerstag mitteilte.

Die größte Partei der demokratischen Opposition, Pheu Thai, bekam 7,9 Millionen Stimmen. Zur Verteilung der 500 Sitze im Repräsentantenhaus äußerte sich die vom Militär eingesetzte Kommission nicht.

Damit ist weiterhin offen, wer in Bangkok künftig die Regierung bilden kann, das Lager der Militärs oder die demokratische Opposition. Die Veröffentlichung des amtlichen Endergebnisses soll erst im Mai verkündet werden. Die Wahl wird von Betrugsvorwürfen überschattet.

Beschwerden wegen Wahlfälschung

Die Mitteilung der Kommission kam für viele überraschend. Ursprünglich hatte sie die Bekanntgabe neuer Zahlen erst für Freitag angekündigt. Mehr als 2,1 Millionen Stimmen wurden für ungültig erklärt. Insgesamt waren etwa 51 Millionen Thailänder wahlberechtigt.

Mehrere Oppositionskandidaten haben am Freitag Beschwerden wegen mutmaßlicher Wahlfälschung eingelegt. Es gebe Hinweise darauf, dass die dem Militär nahestehende Partei Palang Pracharat von Junta-Chef Prayut Chan-O-Cha sich mit Geld und Geschenken die Unterstützung örtlicher Beamter gesichert habe, sagte eine Sprecherin der Oppositionspartei Future Forward am Freitag. Dies komme möglicherweise einem Stimmenkauf gleich.

Ein Vertreter von Future Forward berichtete zudem von Wählereinschüchterung durch die Anwesenheit von Militärvertretern im Wahllokal. Ein Mitglied der größten Oppositionspartei Pheu Thai legte zudem Beschwerde wegen mutmaßlicher Fehler bei der Stimmenauszählung in seinem Bangkoker Wahlbezirk ein. Wahlbeobachter hätten berichtet, dass die Stimmzettel in einem nicht einsehbaren, dunklen Bereich ausgezählt worden seien.

In dem südostasiatischen Königreich regiert seit einem Putsch 2014 das Militär. Der damalige Putschgeneral Prayut will als Premierminister im Amt bleiben. Durch ein geändertes Wahlrecht und eine neue Verfassung war er bei der Wahl klar im Vorteil. Insgesamt sieben Parteien der demokratischen Opposition hatten sich am Mittwoch jedoch zu einer Allianz gegen die Militärs zusammengeschlossen. Allerdings haben die Militärs bei der Entscheidung über den künftigen Regierungschefs bereits 250 Stimmen aus dem Senat sicher. (APA, 28.3.2019)