Als Gary Mockus seiner Frau Valerie erklärte, er wolle ungewöhnlich wohnen, dachte er zwar nicht an eine Kirche. Dennoch kaufte das amerikanische Paar 2017 die alte, seit Jahren leerstehende Methodistenkirche in Hebron, einem Ort in Ohio. Seitdem bauen die beiden das Gebäude sukzessive zu ihrem Wohntraum um. Zur Sicherheit weist mittlerweile ein Schild darauf hin, dass es sich um ein privates Wohnhaus handelt.

Foto: AP/Courtney Hergesheimer

Hier sind die beiden mit ihrem Hund an der eigenwilligen Eingangstür zu sehen. Laut einem Artikel in der Tageszeitung "The Columbus Dispatch" in Ohio ersteigerte der Bauherr die Kirche um 80.000 Dollar.

Foto: AP/Courtney Hergesheimer

Wo einst die Kanzel war, sind nun das Esszimmer und die Küche. Das Paar beauftragte u. a. das Architekturbüro Build Pro 360 mit der Planung des Umbaus. Das Ziel war, das Gebäude so originalgetreu wie möglich zu belassen.

Die größte Herausforderung: den Sakralbau in ein Wohngebäude umzufunktionieren. Es gab ursprünglich keine Küche, Installationen mussten erneuert und vervollständigt werden, weil es kein richtiges Bad in der Kirche gab.

Foto: AP/Courtney Hergesheimer

Die Küche befindet sich gleich hinter der Stelle, wo sich früher die Kanzel befand. Das Projekt lockt immer mehr neugierige Besucher an. Daher veranstaltet das Paar hin und wieder Tage der offenen Tür. Zu Thanksgiving haben dem Bericht der Regionalzeitung zufolge mehr als 50 Verwandte und Freunde an einem Festessen im ehemaligen Chorraum teilgenommen.

Foto: AP/Courtney Hergesheimer

Die Hinterzimmer der Kirche wurden zu drei Schlafzimmern umgebaut sowie zu einem Konferenzraum, zwei Büros, einem Badezimmer, einem großen Schlafzimmer mit angrenzendem Bad und einer Waschküche.

Eines der Gästezimmer war einst das Büro des Pastors. Als Kind war Valerie zu Gottesdiensten in diese Kirche gegangen, ihre Großeltern waren Gründungsmitglieder der Kirche.

Foto: AP/Courtney Hergesheimer

Noch ist nicht alles fertig: Der Chorraum wird momentan renoviert, dient derzeit aber als Wohnzimmer mit großer Bar. Das Paar ist nicht sicher, wie viel Geld es bisher in die Renovierung investiert hat, schätzt die Ausgaben aber auf 300.000 US-Dollar.

Gary Mockus und seine Frau Valerie haben ihren Entschluss bisher nicht bereut, obwohl sie sich an den spektakulären Wohnraum erst gewöhnen mussten. Nur eines hat Valerie beschäftigt: Als sie das erste Mal in der Kirche fluchte, machte sie das schon etwas nervös. (adem, 22.4.2019)

Zum Thema

Stylisch statt geistlich: Aus Kirche wurde Co-Working-Space

Dompfarrer Faber: "Man sagt, ich würde auch Hundehütten einweihen"

Leerstehende Hotels in Wien: Alter Glanz ohne Gäste

Foto: AP/Courtney Hergesheimer