Nordkoreas Raketenabschussbasis Sohae ist laut Angaben des südkoreanischen Geheimdiensts wieder voll einsatzfähig.

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Seoul – Die Raketenabschussbasis Sohae in Nordkorea ist nach Erkenntnissen des südkoreanischen Geheimdiensts nach ihrem vorübergehenden Rückbau fast vollständig wiederhergestellt. Nordkorea habe bereits vor dem jüngsten Gipfeltreffen zwischen Machthaber Kim Jong-un und US-Präsident Donald Trump mit dem Wiederaufbau der Anlage für Langstreckenraketen begonnen, berichtete ein Abgeordneter am Freitag.

Die Arbeiten stünden kurz vor dem Abschluss, sagte der Abgeordnete Kim Min-ki nach einer Unterrichtung von Parlamentariern durch den Geheimdienst. Das in Washington ansässige Zentrum für Strategische und Internationale Studien (CSIS) hatte bereits Anfang des Monats von neuen Aktivitäten in der Raketenanlage berichtet. In Sohae waren 2012 und 2016 Trägerraketen mit Satelliten gestartet. International wurden die Starts als verschleierte Tests ballistischer Raketen gewertet.

Gefahr für Annäherungsprozess

Kim hatte bei einem Treffen mit Südkoreas Präsident Moon Jae-in im vergangenen Jahr zugesagt, Sohae zu schließen. Mit Trump hatte er sich grundsätzlich auf eine Denuklearisierung der Koreanischen Halbinsel verständigt, ohne aber konkrete Schritte zu vereinbaren. Das Gipfeltreffen der beiden war Ende Februar in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

Experten warnen, dass ein neuerlicher nordkoreanischer Raketentest die ohnehin stockenden Gespräche über die atomare Abrüstung vollständig zum Erliegen bringen könnte. (APA, 29.3.2019)