Migranten überqueren die Grenze in Niger nach Algerien.

Foto: AP/Jerome Delay

37 Prozent der Afrikaner erwägen eine Auswanderung. Das geht aus einer Erhebung des Forschungsnetzwerks Afrobarometer hervor, bei der in den vergangenen zwei Jahren fast 46.000 Afrikaner in 34 Ländern befragt wurden. Besonders junge Menschen zieht es in die Ferne. Unter den 18- bis 25-Jährigen denkt fast jeder Zweite an Emigration, berichtet die "FAZ". Die Bevölkerung des Kontinents wächst rapide, er wird bis 2050 ein Viertel der Menschheit stellen.

44 Prozent der Befragten geben die Suche nach Arbeit als wichtigsten Grund für Auswanderung an, 29 Prozent die Flucht vor Armut. Personen mit hohem Bildungsniveau und Menschen aus urbanem Umfeld neigen eher zum Wegzug. Daher befürchten die Studienautoren, die Herkunftsländer seien in Gefahr, ihre am besten ausgebildeten, motivierten und kreativen jungen Leute zu verlieren.

40 Millionen bereiten sich auf Auswanderung vor

Unter den potentiellen Auswanderern hat jeder Zehnte schon konkrete Pläne und Vorbereitungen getroffen, so die Befragungsergebnisse von Afrobarometer. Das seien zwar nur etwa 3 Prozent der Bevölkerung, schreiben die Forscher, ins absoluten Zahlen sind das aber immerhin 40 Millionen Menschen.

Befragt nach ihren Zielländern, antwortete mehr als ein Drittel der potentiellen Migranten, sie wollten in ihrer Region bleiben. Mehr als ein Viertel (27 Prozent) gaben Europa als Wunschziel an, etwas weniger (22 Prozent) nannten Nordamerika. Die höchsten Anteile von Auswanderungswilligen fanden die Forscher in Zentralafrika sowie in Westafrika, allen voran in Sierra Leone, Gambia und Togo. Dort würde mehr als die Hälfte der Bevölkerung gerne emigrieren. Auch Sudan und Liberia stehen weit oben in der Liste, gefolgt vom krisengeschüttelten Zimbabwe, das eine Auswanderungswelle in Nachbarländer wie Südafrika erlebt hat, berichtet die "FAZ". (red, 29.3.2019)