Blick über Wien. Ende 2019 wird Wien über eine Kapazität von gut 70.000 Hotelbetten verfügen.

Foto: Reuters/Föger

Die Bundeshauptstadt zählt nicht nur zu den am stärksten wachsenden Metropolen Europas, Wien bleibt auch touristisch stark gefragt. Folgerichtig wird auch das Hotelangebot immer breiter. Mitte August sperrt beispielsweise am Wiedner Gürtel gegenüber dem Hauptbahnhof das Mooons auf, ein Haus mit Bullaugen in der Fassade und einer Vielzahl kreisförmiger Elemente im Innenbereich, quasi als ästhetische Handschrift des Hotels.

Waren zuletzt eröffnete Häuser wie das Maxx by Steigenberger in der Margaretenstraße, das H+ in der Liechtensteinstraße oder Ibis Style ausschließlich Marken, die von außerhalb nach Wien "transferiert" wurden, handelt es sich bei Mooons um ein autochthones Produkt. Von Wien aus soll das Konzept in andere Städte getragen werden, wie Stefan Hitzler, COO (Chief Operating Officer) von Mooons, dem STANDARD sagte.

Eröffnung im August

Baustart für das Hotel, das von der Wiener Arcotel Hotel AG gemanagt wird, war im März 2018, die Eröffnung wird für Mitte August angepeilt, um den Feiertag Mariä Himmelfahrt herum. Die dem neuen Boutiquehotel zugrundeliegende Idee sei es, "leistbaren Luxus mit hochwertigem Design zu verbinden", sagte Hitzler.

Hinter Mooons stehen der Immobilienentwickler Bridge Group sowie Moser Architects, die ebenfalls in Wien ansässig sind. Letztere können außer auf Hotelprojekte auf zahlreiche Referenzen im Krankenhausbereich verweisen. Mit Mooons beim Hauptbahnhof, das über 170 Zimmer mit 340 Betten verfügen wird, haben sich beide erstmals für ein eigenes Hotelprojekt zusammengefunden. Die Gesamtkosten belaufen sich laut Hitzler auf 23 Millionen Euro.

Von der ursprünglichen Idee, auch die Zimmer rund zu gestalten, ist man wieder abgekommen – aus Gründen der Raumeffizienz. Wer das Hotel von der Straße aus betritt, kommt direkt in das Restaurant, die Rezeption ist bewusst dahinter versteckt. "Wir wollten die Hemmschwelle senken und wünschen uns, dass möglichst viele Wiener das Haus besuchen", sagte Hitzler. Zu den "smarten Ideen" der Betreiber zählen neben einem mobilen Check-in auch ein Take-away-Frühstück sowie Elektroautos zum Mieten.

Preise ab 89 Euro

Auf den durchwegs in SchwarzGold gehaltenen Zimmern gibt es ein Entertainmentsystem zum Abspielen eigener Filme und Musik am Flatscreen, statt einer Minibar einen leeren Kühlschrank. Anders als etwa bei Motel One gibt es in den durchwegs 19 Quadratmeter großen Zimmern auch einen Schrank. Nur sechs der 170 Zimmer auf acht Etagen sind 35 Quadratmeter groß.

Die Kosten pro Übernachtung beginnen bei 149 Euro, in den kleineren Zimmern bei 89 Euro -- Frühstück exklusive. Angestrebt wird ein annähernd ausgeglichener Mix aus Geschäftsreisenden und Wochenendtouristen. Die Rooftop-Bar mit Blick über Wien will man für Events fallweise auch vermieten.

Die Betreiber peilen ein bis zwei Hoteleröffnungen pro Jahr bis 2025 an, "anschließend könnte sich die Sache beschleunigen", sagte Hitzler. Wobei auch an ein Franchisesystem gedacht wird. Passende Standorte suche man außer in Salzburg, Innsbruck und mit Abstrichen Graz auch in größeren Städten in Deutschland. Auch Budapest, Krakau. Prag oder Amsterdam könnten durchaus ein Mooons vertragen.

Kräftige Aufstockung der Kapazität

Das aktuell größte Hotelprojekt Österreichs wird an der Nordbahnstraße nahe dem Campus der Wiener Wirtschaftsuniversität vorangetrieben. Dort will die niederländische Gruppe The Student Hotel, besser bekannt unter dem Kürzel TSH, Anfang 2020 ein 1644-Betten-Haus eröffnen. Unter einem Dach wird es dann einen Mix aus Studenten- und Hotelzimmern sowie Gemeinschaftswohnungen geben. Darüber hinaus sind Restaurants, Bars, Fitnesscenter, Co-Working- sowie Veranstaltungsbereiche geplant.

Einige Hotels sperren schon früher auf, darunter das Andaz Vienna Am Belvedere noch im April, das Holiday Vienna South nach erfolgtem Umbau im August, ein B&B im September, das Urban Hotel Vienna wahrscheinlich im Dezember. Ende 2019 wird Wien dann über eine Kapazität von gut 70.000 Hotelbetten verfügen. Vor einem Jahr waren es um 5000 weniger.(Günther Strobl, 3.4.2019)