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Pro
von Lisa Mayr

Wir haben 2019. Der Planet brennt. Braucht es wirklich noch Argumente fürs Radfahren und dafür, dass man sein Fahrrad möglichst überall mit hinnehmen können sollte? Ohne Stress und ohne schlechtes Gewissen?

Anscheinend ja. Denn es gibt sie noch, die Augenbrauen-Heber und Schief-Schauer, die den Ernst der Lage noch nicht begriffen haben und mit dem "Argument" kommen, dass so ein im Büro abgestelltes Fahrrad ja Drecki-Drecki macht und blöd in der Gegend herumstehe.

Für diese sollte man ein paar Fakten zu CO2-Ausstoß und Flächenverbrauch von Autos im öffentlichen Raum parat haben. Nur für den Fall. Von wegen Dreck und Platz und so.

Es gibt davon unabhängig natürlich wunderbare Argumente für Fahrräder im Büro: Man hat den Radschlüssel zu Hause vergessen, plant sich direkt nach dem Büro zu betrinken und später öffentlich nach Hause zu reisen, der Kindersitz soll im strömenden Regen nicht nass werden. Leben halt.

Kontra
von Peter Illetschko

Das Glück, mit dem Rad in die Arbeit fahren zu können: Wenn man zwei Drittel des Weges auf Radwegen und verkehrsberuhigten Straßen unterwegs ist, kann man es wirklich genießen und dabei denken: Der Umwelt und mir schadet das sicher nicht.

Doch dann stellt sich die Frage: Wo und wie parkt man das geliebte Bike, damit es sicher ist vor Mitmenschen, die sich dem Fladern verschrieben haben? Im Prinzip gilt ja: Vorderreifen und Hinterreifen jeweils gemeinsam mit Rahmen anketten, lässt Diebe verzagen. Und wenn es dann schüttet wie aus Schaffeln? Die Ideallösung ist eine Radparkgarage, bei der nebenan noch eine Duschmöglichkeit besteht, eine größer angelegte, damit wirklich viele Angestellte das nützen können: Dann braucht man nicht wegen Schweißgeruch und Rad neben dem Arbeitsplatz schamerfüllt sein.

Dreck ist sicher kein Gegenargument gegen das Rad im Büro: Denn wer sein Rad liebt, der kann es auch tragen. Und die Zeitung von gestern darunter ausbreiten. (RONDO, 9.7.2019)