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Die unerlaubte Ausnutzung der eigenen Marktmacht ist ein Vorwurf, der im Smartphone-Bereich bisher vor allem gegen Google erhoben wurde. Nun gerät aber auch Konkurrent Apple ins Visier der Kartellwächter.

Untersuchung

Die niederländische Regulierungsbehörde ACM (Autoriteit Consument & Markt) hat eine offizielle Untersuchung gegen Apple eingeleitet. In deren Rahmen soll geklärt werden, ob der iPhone-Hersteller den App Store nutzt, um eigene Angebote zu bevorzugen – und jene von Drittanbietern zu diskriminieren. Ausgangspunkt der Ermittlung sind dabei offenbar Beschwerden von Entwicklern anderer Nachrichten-Apps.

Hinter den Ermittlungen steht eine grundlegende Frage, die auch in anderen Ländern zuletzt immer öfter aufgeworfen wurde: In welchem Ausmaß darf die selbe Firma sowohl die Infrastruktur für einen App Store zur Verfügung stellen als auch damit seine eigenen Apps bewerben und an diesen verdienen? Entsprechend könnte es auch durchaus sein, dass die Untersuchung noch auf Google ausgeweitet werde. Derzeit habe man aber die meisten Beschwerden gegen Apple erhalten, wie die ACM betont. Angesichts dieser Argumentation ist ebenfalls zu erwarten, dass auch die Vorinstallation gewisser Apps noch in den Fokus der Untersuchung kommen könnten – immerhin stellt auch dies einen Wettbewerbsvorteil dar.

Gegenüber CNN zeigt sich Apple "zuversichtlich", dass die Untersuchung im eigenen Sinne enden wird. Das heißt, dass bestätigt werde, dass "sämtliche Entwickler die gleiche Chance haben, im App Store erfolgreich zu sein.

Zeitenwandel

Der Bericht ist ein weiterer Hinweis darauf, dass auch für Apple der Wind in Europa langsam etwas rauer wird. So läuft derzeit bereits auf EU-Ebene eine Wettbewerbsuntersuchung gegen Apple. Dieser ist eine Beschwerde von Spotify vorangegangen, in der sich der Musik-Streaming-Anbieter unter anderem darüber beschwert, dass Apple seine Position ausnutze, um Apple Music einen Vorteil zu verschaffen.

So kassiere Apple etwa für jedes über den App Store abgeschlossene Abonnement 30 Prozent Provision, ab dem zweiten Jahr sinkt dieser Wert dann auf 15 Prozent. Würde man dies auf den Abopreis anrechnen, wäre man damit teurer als Apple, das natürlich keine solche Provision zahlen muss, beklagt Spotify. (apo, 14.4.2019)