Sadaf Khadem war am Samstag als erste iranische Boxerin zu einem offiziellen Wettkampf angetreten.

Foto: REUTERS/Stephane Mahe

In Shorts, T-Shirt und ohne Kopftuch.

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Bordeaux – Eine iranische Boxerin ist aus Furcht vor einer Verhaftung wegen Verstoßes gegen die Kopftuchpflicht nach einem Wettkampf nicht in ihr Heimatland zurückgekehrt. Die 24-jährige Sadaf Khadem und ihr Boxtrainer Mahyar Monshipour entschieden nach dem historischen Kampf in Frankreich, nicht in die Islamische Republik Iran zurückzukehren, wie ihre Pressesprecherin am Mittwoch bestätigte.

Per SMS über Haftbefehl informiert

Khadem war am Samstag als erste iranische Boxerin zu einem offiziellen Wettkampf angetreten, obwohl es Frauen im Iran verboten ist, an Boxwettkämpfen teilzunehmen. Dem ehemaligen Super-Bantamgewicht-Weltmeister Monshipour, der inzwischen auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, droht den Angaben zufolge ebenfalls die Festnahme im Iran, da er der Komplizenschaft verdächtigt werde. Der 44-Jährige sei per SMS über den Haftbefehl informiert worden, sagte die Pressesprecherin.

Khadem beim Austeilen und Einstecken gegen die Französin Anne Chauvin.
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Khadem, eine Fitnesstrainerin aus Teheran, gewann ihren Debütkampf gegen die Französin Anne Chauvin. Sie trat dabei in Shorts und T-Shirt, also typischer Boxbekleidung, aber ohne Kopftuch an. Vor dem Fight hatte sie betont, sie wolle so weit gehen wie möglich beim Boxen und anderen iranischen Frauen damit Lust auf diese Sportart machen. Mit ihrem Trainer hätte sie eigentlich am Dienstag ein Flugzeug zurück in den Iran nehmen müssen, blieb stattdessen aber in Poitiers, der Heimatstadt ihres Trainers Monshipour. (APA, AFP, 17.4.2019)