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Herman Cain will nicht Direktor an der Fed werden – das würde ihn zu viel Einfluss und Geld kosten, behauptet er.

Foto: AP / Molly Riley

Washington – US-Präsident Donald Trump muss Ausschau nach einem neuen Kandidaten für einen freien Direktoren-Posten der Zentralbank Federal Reserve (Fed) halten. Der von ihm favorisierte Geschäftsmann ("Godfathers Pizza") und Wahlkampf-Spendensammler Herman Cain kündigte am Montag seinen Verzicht an.

Er stehe für das Amt nicht mehr zur Verfügung, erklärte der 73-Jährige Freund des Goldstandards auf der konservativen Online-Plattform "Western Journal". Die Gehaltseinbußen und der Verlust an politischem Einfluss wären zu groß. Cain gibt täglich zahlreiche konservative Kommentare über Twitter und eine Radiosendung ab und hält auch häufig Reden. Ein Posten bei der Fed würde ihm dies verwehren. Seine geplante Nominierung war auch in den Reihen von Trumps Republikanern auf Kritik gestoßen, eine Bestätigung durch den Senat galt als unsicher.

Kritik an der Fed

Die Nominierung eines persönlichen Freunds des Präsidenten wäre brisant gewesen, auch weil Trump in einer für sein Amt ungewöhnlichen Art offen und massiv die Zinspolitik der politisch unabhängigen Notenbank wiederholt kritisiert hat. Wegen der Zinserhöhungen hatte er die Währungshüter für "verrückt" erklärt, obwohl er selbst Fed-Chef Jerome Powell ins Amt gehievt hatte.

Cain hatte auch zuletzt noch mit Namen und Konterfei bei der von ihm gegründeten konservativen Organisation um Spenden für Trump und dessen Wiederwahl Ende 2020 geworben. Seine Haltung in der Geldpolitik galt als unklar. Er arbeitete in den 1990er-Jahren auch für den regionalen Fed-Ableger Kansas City. 2012 zog der Republikaner nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung seine Bewerbung um das US-Präsidentenamt zurück. Die Anschuldigungen hat er stets bestritten. Zuletzt beklagte er, dass er als Fed-Kandidat wegen der alten Vorwürfe wieder angegriffen werde.

Auch Trumps zweiter Wunschkandidat für einen der vakanten Posten im siebenköpfigen Fed-Führungsgremium, Stephen Moore, stößt auf Vorbehalte bei Republikanern wie Demokraten. Nach Cains Absage bekräftigten bereits einige Demokraten die Forderung, dass auch der langjährige Wegbegleiter Trumps aus dem Nominierungsrennen ausscheiden sollte. (APA, red, 23.4.2019)