Der Zug von Kim ist in Wladiwostok eingetroffen.

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Vorberichterstattung im südkoreanischen Fernsehen.

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Gewaltherrscher Kim zieht seinen Hut.

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Zur Begrüßung warten Einheimische mit Gebackenem auf.

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Pjöngjang/Wladiwostok – Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ist am Mittwoch zu seinem ersten Gipfeltreffen mit Kreml-Chef Wladimir Putin in Russland eingetroffen. Sein gepanzerter Sonderzug überquerte am Morgen die nordkoreanisch-russische Grenze und hielt am Grenzbahnhof von Hassan, wie die russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. "Kim Jong-un verließ den Zug", sagte eine lokale Politikerin. Er sei mit Blumen empfangen worden.

"Er könnte jetzt das Kim-Il-sung-Museum besuchen", ergänzte die Politikerin unter Hinweis auf ein 1986 gebautes Haus in dem Ort. Dort hatten sich der Großvater des Machthabers, Kim Il-sung, und Vater Kim Jong-il bei Reisen kurzzeitig aufgehalten. Der Zug wird dann laut Tass von dem Grenzort sieben Stunden nach Ussurijsk, knapp 100 Kilometer nördlich von Wladiwostok, fahren. Von dort werde Kim über die transsibirische Bahnstrecke in die Hafenstadt weiterreisen.

In seiner Begleitung sind hohe Beamte, darunter Vizeaußenministerin Choe Son-hui. Das Treffen mit Putin ist für Donnerstag in Wladiwostok geplant. Dabei soll es vor allem um die atomare Abrüstung Nordkoreas gehen. Es soll aber auch über den Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder gesprochen werden.

Weite Reise

Russischen Medienberichten zufolge wird Kim am späten Mittwochabend Wladiwostok erreichen und dort bis Freitag bleiben. KCNA nannte weder eine genaue Uhrzeit noch den Bahnhof, von dem Nordkoreas Machthaber seine Reise angetreten hat. Eine Zugfahrt von Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang bis Wladiwostok im Osten Russlands dauert wegen des veralteten Eisenbahnnetzes normalerweise rund 20 Stunden.

Die beiden Politiker wollen sich auf einer kleinen Insel mit dem Namen Russki treffen. Sie gehört zum Gelände der Universität in der ostrussischen Hafenstadt. Über den Zeitpunkt des Treffens war lange spekuliert worden. Der Kreml hielt sich bis zuletzt bedeckt, wann und wo sich beide Politiker begegnen werden.

Erstes Treffen der beiden Staatsmänner

Es wäre das erste Treffen von Putin mit Kim – und es wäre gut zwei Monate nach dem Gipfel zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump. Diese Begegnung war vorzeitig abgebrochen worden. Beide konnten sich nicht auf zentrale Fragen der atomaren Abrüstung Nordkoreas einigen. Erst kürzlich hatte Trump einen weiteren Gipfel für möglich erklärt.

Bei dem nun anstehenden Treffen zwischen Russland und Nordkorea soll es Kreml-Angaben zufolge auch um das umstrittene Atomwaffenprogramm gehen. Es solle eine politische und diplomatische Lösung für das Problem gesucht werden, sagte der russische Präsidentenberater Juri Uschakow der Agentur Tass zufolge. Ziel sei eine friedliche Lösung.

Moskau setzt sich für eine Lockerung der Sanktionen im Gegenzug für ein Entgegenkommen Pjöngjangs beim Atomprogramm ein. Nach dem Gipfel wird Putin zum "Seidenstraßen"-Gipfel nach Peking reisen, wo er mit der chinesischen Führung auch über Nordkorea sprechen dürfte.

US-Nordkrea-Gespräche erlahmten

Die Gespräche zwischen Nordkorea und der US-Regierung waren ins Stocken geraten. Die Führung in Pjöngjang hatte in der vergangenen Woche ihrem Unmut Luft gemacht – unter anderem wegen der unnachgiebigen Position der US-Regierung bei den gegen Nordkorea verhängten Sanktionen. Sie will außerdem nicht mehr mit US-Außenminister Mike Pompeo über ihr umstrittenes Atomprogramm verhandeln. Pompeo wies diese Forderung zurück.

Bereits vor einer Woche hatte der für Nordkorea zuständige US-Sondergesandte Stephen Biegun Moskau besucht. Beide Seiten hätten ihr Ziel einer vollständigen und kontrollierbaren Denuklearisierung Nordkoreas bekräftigt, teilte die US-Botschaft danach mit.

Russland hatte Kim bereits im Mai vergangenen Jahres eingeladen. Zuletzt war es im Jahr 2011 zu einem Gipfel zwischen den Staatsoberhäuptern Russlands und Nordkoreas gekommen. Damals hatte sich der mittlerweile gestorbene Kim Jong-il mit dem damaligen Kreml-Chef Dmitri Medwedew getroffen. (APA. dpa, 23.4.2019)