Die Polizei analysierte den Unfallort.

Foto: AP/Cody Glenn

Washington – Ein 34-jähriger US-Armeeveteran ist in Kalifornien mutmaßlich aus Hass auf Muslime mit seinem Auto in eine Menschengruppe gefahren und hat mehrere Personen verletzt. Neue Beweise zeigten, dass der Verdächtige die Opfer aus rassistischen Gründen angegriffen habe, teilte die Polizei in Sunnyvale am Freitag (Ortszeit) mit. Er habe sie für Muslime gehalten.

Acht Menschen waren bei dem Vorfall am vergangenen Dienstag verletzt worden. Nach Angaben örtlicher Medien zielte der 34-Jährige insbesondere auf eine Familie ab. Deren Vater wurde demnach ebenso wie die Tochter und der Sohn verletzt. Die Tochter befindet sich derzeit im Koma. Die Polizei machte zunächst keine Angaben zur Nationalität und der Religionszugehörigkeit der Familie.

Anwalt spricht von "psychischer Störung"

Die Polizei teilte mit, die Opfer seien zwischen neun und 52 Jahre alt. Nähere Angaben zu den Betroffenen machten die Behörden zunächst nicht. Nach Überzeugung der Ermittler steuerte der Mann sein Fahrzeug absichtlich in die Menschengruppe. Der Verdächtige wurde festgenommen, seine Wohnung wurde durchsucht. Sein Anwalt erklärte, der Vorfall sei "eindeutig die Folge einer psychischen Störung".

Ein Polizeisprecher sagte, ihm werde versuchter Mord in acht Fällen vorgeworfen. Hinweise auf Verbindungen zu Terrororganisationen gebe es nicht. Zeugen hätten ausgesagt, dass er nach der Kollision Gott gedankt habe.

Der Sender ABC berichtete, der Verdächtige sei 2005 und 2006 mit der US-Armee im Irak eingesetzt gewesen. Seine Familie gebe an, dass er danach wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung in medizinischer Behandlung gewesen sei. (APA, dpa, 27.4.2019)