Die Lücke war kein Spionage-Einfallstor, sondern einfach nur eine vergessene Diagnose-Schnittstelle, sagen Huawei und Vodafone.

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Die US-Regierung und der chinesische Huawei-Konzern stehen auf Kriegsfuß. Beharrlich werden Software und Equipment des Herstellers von republikanischen Politikern als mögliches Einfallstor für Spionage dargestellt. Und ebenso beharrlich weist das Unternehmen diese Anschuldigungen zurück.

Ein neuer Bericht von "Bloomberg" kommt in dieser Situation allerdings eher wenig gelegen. In Hardware, die im italienischen Netz von Vodafone verwendet werde, sei 2011 eine "Hintertür" gefunden und von Huawei auf Aufforderung geschlossen worden, heißt es dort. Der Netzbetreiber und der Ausrüster weisen diese Darstellung allerdings zurück. Der angebliche Backdoor sei schlicht Telnet gewesen.

Diagnosezugang nicht deaktiviert

Telnet, kurz für "Teletype Network", ist ein Kommunikationsprotokoll, das schon 1969 als Teil des Internet-Vorläufers Arpanet entwickelt und seit 1974 verwendet wird. Es dient zur Übermittlung von Textbefehlen zur Steuerung von Geräten. Implementiert ist eine Telnet-Schnittstelle etwa in vielen Routern. Sie ermöglicht etwa die Abfrage verschiedener Gerätedaten oder den Austausch der Herstellerfirmware mit eigener Software.

So soll es sich auch beim "betroffenen" Equipment verhalten haben. Dort sei der Telnet-Zugamg für Diagnosezwecke implementiert gewesen. Ein Zugang über das Internet sei nicht möglich gewesen, wird Vodafone von der BBC zitiert. Dementsprechend sei es "falsch", dass Huawei darüber potenziell auf das Telefon-Festnetz hätte zugreifen können. Zudem liegen auch keine Hinweise auf unerlaubte Zugriffe. Man habe lediglich verabsäumt, die diagnostischen Funktionen nach der Entwicklung abzuschalten, was nach Entdeckung aber schnell geschehen sei.

Auch Huawei kann den Bericht "nicht nachvollziehen". "Wir wurden auf die Schwachstellen 2011 und 2012 aufmerksam gemacht und haben sie beseitigt." (red, 01.05.2019)