Fußspuren nahe des Makalu-Basislagers in Nepal.
Foto: Reuters/Indian Army

Neu-Dehli – Die indische Armee hat sich mit der Veröffentlichung von Fotos angeblicher Yeti-Fußabdrücke in die virtuellen Nesseln gesetzt. Das Militär hatte am Montagabend drei Bilder im Kurzbotschaftendienst Twitter gepostet, auf denen rund 80 Zentimeter lange Spuren im Schnee zu sehen sind. Sie wurden demnach im Himalaya-Gebirge nahe der nepalesisch-chinesischen Grenze aufgenommen.

"Zum ersten Mal hat ein Expeditionsteam der indischen Armee mysteriöse Fußabdrücke des mythischen Yeti gesichtet", hieß es in dem Twitter-Beitrag der Armee. Der Spott der Internetnutzer ließ nicht lange auf sich warten. Wissenschafter gehen davon aus, dass die Spuren von einem Bären stammen und durch Wind und Sonneneinstrahlung vergrößert wurden. Ein Armeesprecher sagte, die Fotos seien veröffentlicht worden, um die wissenschaftliche Debatte ein wenig anzuheizen.

Yetis sind auch nur Bären

Angebliche Sichtungen des Fabelwesens Yeti, vor allem im Himalaya, sorgen seit vielen Jahren immer wieder für Aufsehen. Wissenschafter sind freilich längst überzeugt, dass es sich bei den angeblichen "Schneemenschen" um Bären handelt. Die Spekulationen um den Yeti wurden im Westen vor allem durch Fotos des britischen Bergsteigers Eric Shipton von einer Mount-Everest-Expedition 1951 befeuert, auf denen riesige Abdrücke im Schnee zu sehen sind.

"Spurensicherung" im Himalaya.
Foto: APA/AFP/Indian Army

Auswertungen von Fotografien und Untersuchungen von vermeintlichen Yeti-Überresten kamen allerdings zum Schluss, dass es sich beim Yeti schlicht um Asiatische Schwarzbären, Himalaya-Braunbären oder Tibetische Braunbären handelt.

Der Makalu liegt östlich des Mount Everest an der Grenze zwischen Nepal und Tibet.
Foto: APA/AFP/Indian Army

Auch Nepal hat sich inzwischen mit einer offiziellen Stellungnahme zu Wort gemeldet: "Nach Angaben von Einwohnern und Trägern in der Region kommen solche ungewöhnlichen Fußspuren dort häufig vor und stammen von wilden Bären", sagte der nepalesische Armeesprecher BigyanDev Pandey.

Mitarbeiter eines nepalesischen Verbindungsbüros hätten die Fundstelle aufgesucht, zu diesem Zeitpunkt seien die Abdrücke im Schnee allerdings bereits verschwunden gewesen. Er verwies aber auf Angaben von Ortskundigen, wonach es sich wohl um Bärenspuren gehandelt habe. (red, APA, 2.5.2019)