"Bambus ist mein Fleisch" – Die Diät des Großen Pandas enthält erstaunlich viel Eiweiß.

Reuters

Peking/Wien – Einer der auffälligsten Ernährungstrends in der westlichen Welt ist fraglos der zunehmende Veganismus. Immer mehr Vertreter der Spezies Mensch, die zu den Allesfressern gehört, verzichten auf Nahrungsmittel tierischen Ursprungs.

Ein Tier, das diese Umstellung längst vollzogen hat, ist der Große Panda. Die ikonische Bärenart gehört zur Ordnung der Raubtiere, die wissenschaftlich als Carnivoren bezeichnet werden – und eigentlich Fleischfresser sind. Der Große Panda, der sich fast ausschließlich von frischem Bambus ernährt, zählt zu den bekanntesten Ausnahmen. Da Bambus sehr nährstoffarm ist, müssen die Tiere bis zu 40 Kilogramm pro Tag fressen, zehn Stunden täglich.

Bambus ist der Pandas Fleisch

Forscher um Fuwen Wei (Chinesische Akademie der Wissenschaften) haben nun im Fachblatt "Current Biology" analysiert, wie der Große Panda zum Veganer werden konnte. Diese Ernährungsumstellung ist schon ziemlich lange her und hat einerseits auch zu entsprechenden Anpassungen geführt: beim Kiefer oder dem (Pseudo-)Daumen des Panda, mit dem er Bambus besser greifen kann.

Andererseits blieben sowohl Verdauungstrakt und Darmbakterien von dieser evolutionären Anpassung eher verschont und ähneln jenen von Fleischfressern.

Wie also geht sich das aus? Die überraschende Erkenntnis der Wissenschafter: Die Umstellung war für die Bären gar nicht so groß, denn die Protein- und Kohlehydratverteilung der Panda-Diät entspricht ziemlich genau jener von Fleischfressern. Der Proteinanteil macht rund die Hälfte der Energiezufuhr aus und ist damit in etwa so hoch wie jener der Nahrung von Wölfen oder Wildkatzen. (tasch, 2.5.2019)