Washingtons Stürmerstar Alexander Owetschkin (Mitte) strebt mit der Sbornaja seinen vierten Weltmeistertitel an.

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Die heute in Bratislava anhebende WM könnte in Grundzügen bereits in Übersee entschieden worden sein. Saftige Überraschungen im Playoff der National Hockey League eröffneten vor allem Russland, das in Bratislava gegen Norwegen eröffnet, die Möglichkeit, mit dem seit langem stärksten Kader nach dem ersten Gold seit 2014 zu greifen. Die Österreicher messen sich am Sonntag mit der von NHL-Torschützenkönig Alexander Owetschkin (Washington) und NHL-Topscorer Nikita Kutscherow (Tampa Bay) angeführten Sbornaja. Der dreimalige Stanley-Cup-Sieger Jewgenij Malkin (Pittsburgh), Jewgeni Dadonow (Florida), Jewgeni Kusnezow (Washington) und Altmeister Ilja Kowaltschuk (LA Kings) schmücken ebenfalls die Offensive von Coach Ilja Worobjow, der in Andrej Wasilewski (Tampa Bay) noch dazu einen der besten Goalies der NHL zur Verfügung hat.

Titelverteidiger Schweden geht mit 18 NHL-Legionären auf den Hattrick los. Zuletzt holte Tschechien von 1999 bis 2001 drei Goldene en suite. Teamchef Rikard Grönborg, der nach dem Turnier selbst in die NHL wechseln dürfte, hat den größten Star im Tor. "King Henrik" Lundqvist von den New York Rangers, 37 Jahre alt, spielt sein neuntes großes Turnier für die Tre Kronor.

Die Rückgrate für Kanada und USA

Die stärkste Liga der Welt stellt selbstredend die Rückgrate der Aufgebote von Kanada und den USA. Selbstverständnis der Kanadier ist es, um Gold zu spielen und den 27. Titel zu holen. Teamchef Alain Vigneault, nächste Saison Trainer von Michael Raffl bei den Philadelphia Flyers, hat eine Mischung aus jungen Topspielern und einigen Routiniers. Star der Truppe ist Stürmer John Tavares (Toronto), mit Matt Murray steht ein zweifacher Stanley-Cup-Sieger (Pittsburgh) im Tor.

Das Team USA ist wohl eines der besten der vergangenen Jahre. Coach Jeff Blashill, Trainer von Thomas Vanek in Detroit, hat Stürmer wie Kapitän Patrick Kane (dreifacher Stanley-Cup-Sieger mit Chicago), Jack Eichel (Buffalo), Dylan Larkin (Detroit), Johnny Gaudreau (Calgary) oder Alex DeBrincat (Chicago) zur Verfügung. Aus der Defensive sticht Ryan Suter hervor. Der Abwehrchef von bei Minnesota Wild war in der aktuellen Saison der NHL-Spieler mit der meisten Eiszeit.

Als chancenreichste Außenseiter gelten Tschechien und die Schweiz. Die Eidgenossen, die Vizeweltmeister von 2013 und 2018, scheiterten im Vorjahr erst im Finale gegen Schweden mit 2:3 nach Penaltyschießen am ganz großen Coup. Als Gastgeber der nächsten WM kommen sie von Haus aus nicht für den Abstieg infrage. Sollte die Schweiz wider Erwarten Letzter der Österreich-Gruppe B werden, stiege der Vorletzte ab. Kaum Chancen werden diesmal Finnland, das heute die Gruppe A in Kosice gegen Kanada eröffnet, und Gastgeber Slowakei zugemessen. Auch Deutschland, der Zweite des von der NHL boykottierten olympischen Turniers von Pyeongchang, muss sich unter dem neuen Coach Toni Söderholm nach der Decke strecken. Das Halten von Platz acht in der Weltrangliste und damit das Olympiaticket für 2022 ist das Ziel. Zuletzt setzte es für die deutsche Truppe um NHL-Star Leon Draisaitl im ersten Test gegen Österreich eine 2:3-Niederlage. (APA, red, 9.5.2019)