Kim Jong-un spielt wieder "Little Rocket Man".

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Die vom UN-Sicherheitsrat veröffentlichten Bilder zeigen die Wise Honest, wie sie in Nampo mit Kohle beladen wird (links), und einen Monat später im indonesischen Hafen Balikpapan.

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Das Schiff auf einem von der New Yorker Staatsanwaltschaft veröffentlichten undatierten Archivbild.

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Washington – Nach dem zweiten Raketentest durch Nordkorea binnen weniger Tage sieht US-Präsident Donald Trump die Chancen auf eine rasche Fortsetzung der Atomgespräche schwinden. Er wisse, dass die Nordkoreaner verhandeln wollten, sagte Trump am Donnerstag. "Doch glaube ich nicht, dass sie bereit sind zu verhandeln."

Niemand sei glücklich über die Raketentests, erklärte Trump, aber die Beziehungen blieben aufrecht. Nordkorea übte eigenen Angaben zufolge bei seinem Waffentest einen Angriff aus großer Entfernung.

"Verschiedene Angriffsmittel"

Machthaber Kim Jong-un habe die Übung für "verschiedene Angriffsmittel von großer Reichweite" am Donnerstag persönlich überwacht und sich zufrieden über die Ausführung geäußert, berichteten die staatlichen nordkoreanischen Medien am Freitag. Ziel der Übung an der westlichen Front sei es gewesen, die rasche Reaktionsfähigkeit der Verteidigungseinheiten zu prüfen.

Südkoreas Militär geht davon aus, dass bei dem Test zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert wurden. Eine sei 420, die andere 270 Kilometer weit geflogen, bevor sie vor der Ostküste Nordkoreas im Meer landeten.

Ballistische Raketen

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Dave Eastburn, sprach laut Berichten südkoreanischer Medien von "mehreren ballistischen Raketen", die Nordkoreas Militär vom Nordwesten des Landes abgeschossen habe. UN-Resolutionen verbieten dem Land – das mehrmals Atombomben getestet hat – die Starts ballistischer Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Erst am Samstag hatte Nordkorea nach eigenen Angaben Mehrfach-Raketenwerfersysteme mit größerer Reichweite und taktische Lenkwaffen getestet. Experten vermuten, dass dabei bereits ein ballistisches Raketensystem erprobt wurde. Südkorea rief die kommunistische Führung in Pjöngjang auf, alles zu unterlassen, was neue Spannungen schüren könnte.

"Zeichen der Unzufriedenheit"

Südkoreas Präsident Moon Jae-in sagte nach dem jüngsten Waffentest, solche Aktionen könnten als Zeichen der Unzufriedenheit wegen des gescheiterten zweiten Gipfeltreffens zwischen Trump und Kim Jong-un im Februar in Vietnam gesehen werden. Ähnlich wie Trump vermied es Moon aber, von einer Provokation zu sprechen. "Das kann als geplante Aktionen gesehen werden, dennoch versucht Nordkorea zur gleichen Zeit, den Dialog nicht zu ruinieren." Er warnte jedoch, dass solche Militäraktionen die Atomgespräche gefährden könnten.

Seit dem Gipfel von Hanoi ist die Verunsicherung in der Region gewachsen. Beide Seiten konnten sich damals in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas nicht einigen. Pjöngjang forderte vergeblich eine Aufhebung eines Großteils der internationalen Sanktionen.

Schiff beschlagnahmt

Die USA gaben am Donnerstag bekannt, dass sie ein nordkoreanisches Schiff beschlagnahmt hätten, weil damit gegen Sanktionen verstoßen worden sei. Mit dem Frachter sei illegal Kohle aus Nordkorea verschifft und schwere Maschinerie in das isolierte Land transportiert worden, teilte das US-Justizministerium mit. Demnach wurde die Wise Honest, die in Nordkorea registriert ist, zunächst im April 2018 von indonesischen Behörden festgesetzt, woraufhin die US-Justiz eine richterliche Anordnung zur Beschlagnahmung ausstellte. Der Frachter sei jetzt auf dem Weg in US-Hoheitsgewässer.

Das Pentagon setzte zudem die Bemühungen zur Bergung der Gebeine von US-Soldaten in Nordkorea aus, die im Korea-Krieg (1950–53) aufseiten Südkoreas gekämpft hatten. Das nordkoreanische Militär habe schon vor dem Gipfel in Hanoi die Kommunikation eingestellt, hieß es. Für das bis Ende September laufende Haushaltsjahr sei es nun zu spät, noch eine gemeinsame Bergungsoperation einzuleiten. (APA, 10.5.2019)