Glanzleistung trotz vier Gegentoren: David Kickert hielt, was es zu halten gab, parierte 41 Schüsse.

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Bratislava – Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft steht bei der WM in der Slowakei nach drei Spielen mit leeren Händen da. Nach Lettland und Russland musste sich die ÖEHV-Auswahl am Dienstag in Bratislava auch Vizeweltmeister Schweiz mit 0:4 (0:1,0:0,0:3) geschlagen geben.

Die Mannschaft von Roger Bader lieferte den mit fünf NHL-Spielern angetretenen Eidgenossen einen beherzten Kampf, spielte vor dem starken Torhüter David Kickert defensiv diszipliniert und hielt die Partie bis in die Schlussphase offen. Dank Treffer von Kevin Fiala (20.), Roman Josi (54.), Philipp Kurashev (59./PP) und Sven Andrighetto (60./PP2) feierten die Schweizer aber verdient ihren dritten Sieg und sind auf bestem Weg ins Viertelfinale.

Michael Raffl beim Austeilen. Für seinen einwandfreien Faustschlag ins Gesicht des Schweizers Gaetan Haas kassierte der NHL-Legionär eine Zwei-Minuten-Strafe.
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Die Österreicher sind auch in der nächsten Partie am Donnerstag (16.15 Uhr) gegen Titelverteidiger Schweden krasser Außenseiter, ehe am Freitag (16.15) mit Norwegen ein Gegner wartet, der auf Augenhöhe sein könnte.

Bader gab Kickert im Tor den Vorzug und verhalf dem 19-jährigen Center Benjamin Baumgartner zu einem sehr gelungenen WM-Debüt. Auch Alexander Cijan kam erstmals bei diesem Turnier zum Einsatz, die beiden Stürmer ersetzten den angeschlagenen Konstantin Komarek sowie Thomas Hundertpfund.

Neue Linien

Der Teamchef stellte alle Verteidiger-Paare und Sturm-Reihen neu zusammen. Michael Raffl rückte vom Flügel auf die Center-Position zwischen seinem Bruder Thomas Raffl und Fabio Hofer, Manuel Ganahl nahm seinen Platz in der ersten Linie ein. Baumgartner bildete mit Lukas Haudum und Dominic Zwerger eine Sturmreihe, Cijan stürmte anstelle von Haudum in der vierten Linie.

Neu aufgestellt spielten die Österreicher ein starkes erstes Drittel. Die Schweizer kamen nur zu wenigen Chancen, das Penalty-Killing funktionierte und Kickert war ein sicherer Rückhalt. In der Schlussminute allerdings schlugen die Eidgenossen im Konter durch ihre zwei gefährlichsten Angreifer zu: Nico Hischier bediente Fiala, der sofort abzog und zum 1:0 traf.

Während die Schweizer eine Unzahl an Torchancen kreierten, wurden Österreichs Eishackler viel seltener gefährlich.
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Im Mitteldrittel erhöhte der Favorit den Druck, Raffl und Co. kamen kaum mehr vor das Schweizer Tor. Dank Kickert ging es aber mit nur einem Tor Rückstand ins Schlussdrittel. In der 54. Minute fiel aber die Entscheidung durch einen abgefälschten Schuss von Josi. Im Finish trafen die Schweizer noch zweimal im Powerplay.

Österreich ärgerte zwar die hoch eingeschätzten Schweizer neuerlich, eine überraschender Punktegewinn wie zuletzt bei der WM 2015 in Prag (4:3 nach Penaltyschießen) oder im Vorjahr in Kopenhagen (2:3 nach Verlängerung) gelang aber nicht. Die Eidgenossen waren in allen Belangen überlegen, zudem agierten die neu zusammengestellten ÖEHV-Linien oftmals nicht wie aus einem Guss. Das Schussverhältnis spricht Bände: während die Schweizer 45 Mal in Richtung ÖEHV-Tor feuerten, gaben die Schützlinge von Bader nur 18 Schüsse ab. (APA, red, 14.5.2019)

Eishockey-WM in Bratislava am Dienstag (Gruppe B):

Schweiz – Österreich 4:0 (1:0,0:0,3:0). Bratislava, Ondrej Nepela Arena, 4.488.

Tore: Fiala (20.), Josi (54.), Kurashev (59./PP), Andrighetto (60./PP2)

Strafminuten: 8 plus 12 Disziplinar Weber bzw. 16 plus 10 Disziplinar Herburger

Schweiz: Berra – Weber, Josi; J. Moser, Diaz; Frick, Loeffel; Fora – Fiala, Hischier, Praplan; Martschini, Kuraschew, Hofmann; Scherwey Haas, Andrighetto; Ambühl, Bertschy, S. Moser; Rod

Österreich: Kickert – Schlacher, Pallestrang; Schuming, Heinrich; Peter, Wolf; Unterweger, Strong – Ganahl, Herburger, Schneider; Th. Raffl, M. Raffl, Hofer; Haudum, Baumgartner, Zwerger; Cijan, Rauchenwald, Obrist