Die Abbaueinheit der Hypo Alpe Adria spielt mehr Geld ein als erwartet.

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Wien/Klagenfurt – Die Heta, Abbaueinheit des Milliardengrabs Hypo Alpe Adria, wird aus der Abwicklung der früheren Kärntner Bank voraussichtlich 10,83 Milliarden Euro erlösen statt wie zuletzt erwartet 10,5 Milliarden Euro. Das geht aus dem am Donnerstag vom Aufsichtsrat genehmigten aktualisierten Abbauplan hervor. Am Anfang des Abbaus war die Heta lediglich von einem Erlös von 7,68 Milliarden Euro ausgegangen.

Laut aktuellem Abbauplan werden die Einnahmen der Heta letztlich knapp 87 Prozent der Heta-Schulden entsprechen. Noch vor einem Jahr – im Abbauplan 2018 – war eine Erfüllungsquote von 81,31 Prozent angenommen worden. Die FMA hatte zuletzt im März der Heta vorgeschrieben, den Gläubigern gut 85 Prozent (85,54 Prozent) ihrer Forderungen zurückzuzahlen.

100 Millionen zu Jahresende

Ende 2019 dürfte die Bank dann noch Aktiva im Wert von rund 100 Mio. Euro haben. Die operativen Kosten für die Abwicklung in der Zeit von 2016 bis 2023 sollen nun 499 Millionen Euro betragen – ursprünglich waren 551 Millionen angenommen worden.

Die Heta wickelt die Vermögenswerte der früheren Kärntner Hypo ab. Diese war in der Wirtschaftskrise nach 2008 zahlungsunfähig geworden – für ihre Anleihen haftete das Land Kärnten, allerdings in einer Höhe, die für das Land nicht zu stemmen war. Per Gesetz verordnete Österreich daraufhin den Gläubigern der Kärntner Hypo einen Schuldenschnitt und bot zugleich einen Umtausch auf langfristige Anleihen mit Bundesgarantie an. Die Konstruktion führte dazu, dass das Land Kärnten praktisch alle Heta-Anleihen aufgekauft hat – mit einem Kredit des Bundes.

Dieser Kredit kann inzwischen zur Gänze aus den Rückzahlungen der Heta bedient werden, sodass das Abbauprogramm den Steuerzahler nichts kostet. Übrig bleiben aber als "Kosten" für den Steuerzahler rund 5,5 Milliarden Euro, die noch vor der offiziellen Pleite der Hypo Alpe Adria von der Republik eingezahlt wurden, als versucht wurde, die Bank am Leben zu halten. Dieser Betrag ist dauerhaft verloren. Das Land Kärnten wird mit 1,2 Milliarden Euro belastet. (APA, 23.5.2019)