Das Vorgehen der US-Regierung gegen Huawei wird möglicherweise den 5G-Ausbau in vielen europäischen Ländern verlangsamen.

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Der von US-Präsident Donald Trump verschärfte Handelskonflikt mit China, könnte massive Auswirkungen auf den Aufbau von 5G-Netzen in Europa haben. Fast alle großen Mobilfunker, darunter T-Mobile, die britische Vodafone, France Telecom oder die spanische Telefonica, arbeiten diesbezüglich mit dem chinesischen Tech-Giganten Huawei zusammen, der von den Amerikanern vergangene Woche auf die "Schwarze Liste" gesetzt hat.

Dadurch ist das Unternehmen von Prozessoren abgeschnitten, die es für seine 5G-Hardware benötigt. Eine für die betroffenen Handy-Netzbetreiber schwierige Situation. Denn ein Wechsel zu anderen Herstellern ist keine leichte Übung und extrem kostspielig. So müssten große Teile der Hardware getauscht werden. Auch ist Huawei für seine niedrigen Preise bekannt.

Viele Patente bei Huawei

Neben Huawei spielen in Sachen 5G nur drei weitere Unternehmen eine Rolle. Neben den beiden europäischen Firmen Nokia und Ericsson ist dies das chinesische Unternehmen ZTE, das in Sachen 5G nicht im Visier der USA ist. Derzeit baut ZTE das Netzwerk für "3" in Österreich auf. Bei A1 macht dies Nokia. Das geht aber dennoch nicht ohne Huawei. Das Unternehmen verfügt über zahlreiche 5G-Patente, deren Nutzung für andere Konzerne nicht kostenlos ist.

Huawei hat derzeit 40 Aufträge für 5G in seiner Tasche – wie es weitergeht, ist unklar. Neben den europäischen Mobilfunkern, bescheren die USA auch Anbietern in Japan gerade Kopfzerbrechen.

Ungewissheit

Der Konzern selbst setzt auf Zeit. Ob es bald zu einer Lösung kommt, ist allerdings fraglich. Denn US-Präsident Trump will schon länger verhindern, dass Huawei beim Aufbau neuer Handynetze zum Zug kommt.

Als Grund nennen die Amerikaner, dass der Konzern für den chinesischen Staat spionieren könnte. Wie wichtig ihnen das Thema ist, zeigt sich auch in Österreich. Die US-Botschaft sprach das Thema in den vergangen Monaten immer wieder an. Sie wollen nicht, dass Magenta, vormals T-Mobile, sein Netz von Huawei errichten lässt. (sum, 23.5.2019)