Ende April fanden Fischer vor der Küste Norwegens einen Weißwal, der womöglich militärisch trainiert und ausgerüstet worden war. Der Meeressäuger trug ein Gurtgeschirr, das mit "St. Petersburg" beschriftet war, weshalb vermutet wird, dass das Tier von einem russischen Marinestützpunkt in der Nähe von Murmansk gekommen ist. Bis heute hat sich kein Besitzer des Tieres gemeldet.

Der im April entdeckte Beluga fühlt sich offenbar wohl in seiner neuen Heimat: "Hvaldimir" (eine Kombination aus "Wal" und "Wladimir"), wie er nach einer Abstimmung im norwegischen Fernsehen benannt wurde, weigert sich, den Hafen von Hammerfest zu verlassen.

Der britische Marinehistoriker H.I. Sutton, der sich auf russische Unterseeboote spezialisiert hat, will nun auf einem aktuellen Satellitenbild die Gehege entdeckt haben, in denen die Wale gehalten werden. Die Unterwasserkäfige sind in der Nähe des russischen Marinestützpunkts in der Olenya-Bucht nahe der Grenze zu Norwegen verankert.

Sie haben einen Durchmesser von knapp 20 Metern, daneben sind kleinere Käfige zu sehen, in denen möglicherweise Seehunde gehalten werden, die auch von der russischen Marine verwendet werden. Auf Bildern aus dem Vorjahr sind die Gehege noch nicht zu sehen.

Die runden Gehege in der Barentssee.
Grafik: Google Earth/Screenshot: der Standard

Unmittelbar daneben liegt das 2015 in Dienst gestellte Spionageschiff Jantar, das als Mutterschiff für zwei Kleinst-U-Boote verwendet werden kann. Dieses ist offiziell zur Erforschung der Tiefsee und für Rettungseinsätze gedacht, war aber auch bei der Bergung geheimer Geräte aus den Wracks zweier vor der syrischen Küste abgestürzter russischer Kampfflugzeuge im Einsatz.

Hvaldimir mit seinem Gurtgeschirr.
Foto: AP/Joergen Ree Wiig/Norwegian Direcorate of Fisheries Sea Surveillance Unit

Eine andere Theorie hat das Fachmagazin "Fiskeribladet" ("Fischereiblatt"): Reporter Morten Vikeby will in Hvaldimir den Therapiebeluga Semion erkannt haben, der in einem 2008 gedrehten Video ein Boot mit einer Schülergruppe an Bord zieht. Der Film entstand in einer Einrichtung in der Arktisprovinz Karelien, die sich auf das russische Äquivalent der Delfintherapie spezialisiert hat. (bed, 27.5.2019)

Morten Vikeby