Wer sich ein iPhone beschaffen will, steht oft vor der Qual der Wahl. So bietet Apple selbst noch sieben unterschiedliche Modelle an, ältere sind noch bei (Online-)Händlern verfügbar. "Heise" präsentiert einen Überblick, wie sich die erhältlichen Modelle unterscheiden und warum man welches iPhone im Jahr 2019 kaufen sollte – oder nicht.

iPhone 5s

Die handliche Größe (123,8 mm x 58,6 mm x 7,6 mm) und das niedrige Gewicht (112g) gelten als Pluspunkt des im September 2013 erschienenen Modells, das als erstes iPhone einen Fingerabdruckscan (Touch ID) eingebaut hatte. Da das Smartphone über fünf Jahre alt ist, wirkt sich das auch positiv auf den Preis aus. Aber freilich hat das Alter auch seine Haken: Es ist nicht so leistungsstark wie seine Nachfolger. Der Apple A7 Dual-Core eignet sich etwa nicht zum Zocken moderner Spiele. Der Ram-Speicher bietet nur 1GB, heutige verfügen über 3 bis 4 GB.

iPhone 6 (Plus)

Die iPhones 6 bzw. 6 Plus erschienen im September 2014 und bestachen mit erstmalig integrierter NFC-Technik. Vor allem die Plus-Variante ist mit 158,1 x 77,8 x 7,1 mm deutlich größer als sein Vorgänger und nur noch mit zwei Händen bedienbar. Zu seinen Problemen gehörte etwa, dass es sich leicht verbiegen ließ und gesplitterte Displays produzierte. Der A8-Prozessor ist zwar leistungsstärker als jener des A7, die Kamera kann aber ebenfalls nur 720p-Videos abspielen.

iPhones 6 und 6 Plus.
Foto: AFP PHOTO / ROBYN BECK

iPhone 6s (Plus)

Willkommen im Jahr 2015! Die Größe entspricht jener des Vorgängers, das Gesamtpaket ist ein anderes. Der 3D Touch wurde eingeführt, der den angepressten Finger noch feiner abmessen kann. Der Prozessor (A9) ist stärker, der Arbeitsspeicher höher (2GB). Der 12MP-Sensor bot die damals beste Smartphone-Kamera. Minuspunkt: An der Kapazität des Akkus wurde gespart, was aber in der Praxis keine Auswirkungen hatte.

iPhone SE

Größe und Gewicht sind praktisch ident mit jenem des 5s, es löste dieses auch als Einsteigermodell ab. Technisch orientiert es sich aber am Vorgänger 6s, übernimmt den A9-Prozessor und den 2GB-Arbeitsspeicher. Die Hauptkamera bietet ebenfalls 12MP-Fotos, die Frontkamera hingegen wie das 5s 1,2 MP.

Das iPhone SE.
Foto: APA/AFP/GETTY IMAGES/JUSTIN SULL

iPhone 7 (Plus)

Wir schreiben September 2016. Das 7 (Plus) ist zwar bissl größer als die 6s-Modelle, aber gesamt etwas leichter. Die gute Nachricht für Wasserratten: Es übersteht 30 Minuten in einem Meter Wassertiefe. Der Sensor der Frontkamera hat sich von 5 auf 7 MP erhöht. Den optischen Bildstabilisator, der zitternde Hände ausgleicht, hat diesmal auch das Model 7, nicht nur das Plus. Nur letzteres bietet aber erstmals 3GB RAM. Der A10 Fusion-Prozessor performt um etwa ein Drittel besser als der A9. Der GPU droht deswegen aber Überhitzung, weshalb sie öfters runterschaltet. Zudem gibt es keine Kopfhörerbuchse mehr. Ein Lightning-Adapter muss mittlerweile gesondert dazu gekauft werden. Die iPhones 7 gelten heute als Einsteigermodelle um ca. 519 Euro.

iPhone 8 (Plus)

Glas statt Aluminium auf der Rückseite macht das iPhone 8 um 12 Gramm schwerer und etwas dicker als seinen Vorgänger. Die 12MP-Kamera hat einen besseren Sensor. Videos werden mit 60 statt 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen und sind auch in der Qualität besser. LTE wird bis 800 MBit/s unterstützt, zuvor waren 450 MBit/s die Marke. Der Prozessor A11 Bionic sorgt für doppelt so starke Leistung. Die Akku-Kapazität hat sich jedoch leicht reduziert, der Prozessor sorgt aber für eine etwas bessere Laufzeit. Die Schwächen ähneln jenen des 7ers. Kosten: 679 Euro aufwärts.

Die iPhones 8 und 8 Plus.
Foto: AP Photo/Marcio Jose Sanchez, File

iPhone X

Ausnahmsweise nicht ein Jahr, sondern ein Monat später erschienen. Es ist kürzer und schmaler als das 8 Plus, aber hat ein größeres (und erstmals OLED-)Display mit mehr Pixel und besserer Auflösung. Zu helle und zu lange angezeigte Inhalte könnten sich aber darin einbrennen. Den Home-Button sucht man bei diesem Modell erstmals vergeblich, dafür gibt’s Face ID (Gesichtserkennung) als Neuigkeit. Tele-Bilder wirken etwas schärfer als beim 8 Plus, manchmal haben sie aber einen leichten Rotstich. Was zu gut klingt, hat einen Haken: Für satte 1319 Euro ging es damals über den Ladentisch, heute ist es nicht mehr via Apple erhältlich.

iPhone XS (Max)

Anders als sein Vorgänger auch in Gold und mit 512 GB Flash verfügbar, äußerlich ansonsten gleich. Das Max ist um 1,4 cm höher als sein Bruder-Modell, etwa gleich groß wie das 8 Plus, aber schwerer als das XS. Die Weitwinkelkamera hat einen um 50 Prozent lichtstärkeren Sensor abbekommen. Die Farben erscheinen schöner und realistischer. Der A12 Bionic-Prozessor verspricht bessere Leistung. Erstmals bietet ein Arbeitsspeicher 4GB, erstmals kann man neben der Nano-SIM auch eine integrierte eSIM gleichzeitig verwenden. Wasser hält es auch in zwei Metern Tiefe aus. Das XS Max glänzt mit dem leistungsfähigsten Akku, den Apple je in ein Modell eingebaut hat. Das große OLED-Display sorgt aber für geringere Akku-Laufzeit als X und XS sie haben.

iPhone XR

Am österreichischen Nationalfeiertag 2018 erschien das iPhone XR. Es ist größer und schwerer als das XS, bietet aber nicht völlig dieselbe Technik, etwa einen LCD-Bildschirm. Eingespart wurde bei der Pixelanzahl. 1792 x 828 sind deutlich weniger als beim 8 Plus (1920 x 1080) und noch weniger als bei den XS-Varianten. Die Auflösung gleicht jener des 8ers. Der Arbeitsspeicher umfasst nur 3GB, die Kamera bietet kein Tele. Es kostet 300 Euro weniger als das XS, was bei dessen Kaufpreis für 1149 Euro jedoch relativ ist.

iPhone XS, XR und XS Max.
Foto: AP Photo/Richard Drew

Fazit:

Wenn man nicht aufs Geld schauen muss, bieten sich natürlich die neuesten iPhones XS (Max) zum Kauf an. Das XR ist die bissl günstigere Alternative, wer nicht ganz so viel Wert aufs Display legt. Die 8er haben kein randloses Display. Das iPhone 7 ist alles in allem recht preiswert. Das SE gilt als günstigstes der neueren iPhones, ist aber nicht mehr bei Apple selbst verfügbar, teilweise noch im Händler-Abverkauf. Bei den Gebrauchten käme das 6s in Frage, weil es bereits 12MP-Kamera und A9-Prozessor hat. Der Kauf von 6, 6 Plus und 5s wird nur bei absoluten Schnäppchenpreisen empfohlen. Von noch älteren Modellen wird unter anderem mangels Sicherheitsupdates abgeraten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kauf eines iPhones immer auf dem schmalen Grat zwischen Geldbörse und Technikeinbußen balanciert. Jede Generation hat einen besseren Prozessor bekommen. Es wird empfohlen, jeweils das aktuelle Betriebssystem draufzuspielen – wo möglich. Auf iPhone 5 und Vorgängern läuft iOS 12 jedoch nicht mehr. Bei gebrauchten Modellen sollte jedenfalls auf den Akku geachtet werden. Bei den iPhones 6 bis 7 Plus hat Apple lange Zeit Akkus mit schnell nachlassender Kapazität eingebaut. Ein Austausch kostet mittlerweile 49 Euro. Hat zuvor ein nicht zertifizierter Techniker rumgeschraubt, verweigert Apple aber möglicherweise die Reparatur. (red, 21.7.2019)