Sein Nutzfahrzeughersteller Gaz soll durch die Sanktionen an den "Rand der Pleite" getrieben worden sein, sagt Oleg Deripaska.

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Moskau – Der russische Oligarch Oleg Deripaska beklagt Verluste von mehr als 15 Milliarden Dollar (13,4 Milliarden Euro) durch die Sanktionen der USA gegen sich und seine Unternehmen. Diese Einbußen hätten "Investoren, Zulieferer und Kunden" seiner Unternehmen zu tragen, ließ Deripaska am Mittwoch mitteilen.

Die Sanktionen ruinierten "das Leben eines Mannes, seiner Geschäfte" und gefährdeten hunderttausende Menschen, darunter Arbeiter und in- und ausländische Investoren. Das US-Finanzministerium hatte Deripaska, Großaktionär des heimischen Baukonzerns Strabag, und seine Unternehmen EN+, den Aluminiumriesen Rusal und den Autohersteller Gaz 2018 mit Strafmaßnahmen belegt, weil der Oligarch enge Kontakte zu Russlands Staatschef Wladimir Putin pflegt. Die Sanktionen gegen EN+ und Rusal wurden inzwischen aufgehoben, weil die Unternehmen nicht mehr eng mit Deripaska verknüpft sind. Gegen den Oligarchen selbst und gegen Gaz sind sie aber weiter in Kraft.

"Am Rand der Pleite"

Allein bei Rusal schlugen die Sanktionen seit dem vierten Quartal 2018 mit Verlusten von hunderten Millionen Euro zu Buche. Der Nutzfahrzeughersteller Gaz mit rund 40.000 Beschäftigten wurde durch die Sanktionen laut Deripaska an den Rand der Pleite getrieben. Sollte es vonseiten der USA bis zum Sommer kein Entgegenkommen geben, habe das Unternehmen "keine Chance zu überleben", hatte der Oligarch bereits im April erklärt. Er selbst hat durch die Sanktionen nach eigenen Angaben mehr als 80 Prozent seines Vermögens verloren, rund 7,5 Milliarden Dollar.

Deripaska weist die zur Begründung für die Sanktionen herangezogenen Argumente als erfunden zurück. Ihnen würden "falsche Erklärungen und faktuelle Ungenauigkeiten zu Grunde gelegt", erklärte er. Der Oligarch geht in den USA juristisch gegen die Sanktionen vor. (APA; 29.5.2019)