Die zurückliegende Woche war selten reich an Überraschungen. Mitten in die Suche nach einem Führungsteam für die Republik platzte die Ankündigung der EVN, noch heuer die Kohleverstromung in Dürnrohr zu beenden. Aus Gründen der Versorgungssicherheit sei dies nicht möglich, hieß es noch bis vor kurzem. Zuletzt stellte man als Konzession an Klimaaktivisten eine Schließung "spätestens 2025" in Aussicht, obwohl das Kraftwerk noch mindestens bis 2035 Strom liefern könnte.

Für das vorzeitige Aus gebührt der EVN in mehrfacher Hinsicht Applaus. Der Energieversorger gibt indirekt zu, dass das Wort unmöglich eine Tochter der Zeit ist. Es wird gern strapaziert, wenn etwas partout nicht geändert werden soll. Bei der EVN war das der Fall, solange es Förderungen für das Kraftwerk gab. Damit ist es nun vorbei – und ohne Knete rechnet sich der Betrieb schlicht nicht.

Was aber passiert bei künftigen Stromengpässen? Das ist der zweite Aspekt, warum die EVN Applaus verdient. Endlich muss man sich auch von staatlicher Seite überlegen, wie die Sicherheit der Stromversorgung künftig garantiert werden kann. Bisher hat man sich darauf verlassen, dass es sich trotz der zunehmenden Menge an Wind- und Sonnenenergie, die schwer prognostizierbar ist, schon irgendwie ausgehen wird. Die Interimsregierung wird Kohle in die Hand nehmen müssen, damit nicht auch noch emissionsarme Gaskraftwerke vom Netz genommen werden. (Günther Strobl, 31.5.2019)