Brennende Reifen vor dem Eingang zur US-Botschaft.

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Ärztekammerpräsidentin Suyapa Figueroa führt die Proteste an.

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Bei Protesten gegen die umstrittene Bildungs- und Gesundheitsreform ist es in Honduras am Wochenende zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten zündeten vor dem Eingang zur US-Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa Benzin und Autoreifen an, die diplomatische Vertretung stellte den Parteienverkehr und die Ausgabe von Visa für diese Woche ein.

Ärztekammerpräsidentin Suyapa Figueroa, die eine führende Rolle bei den Protesten einnimmt, warf der Regierung vor, Provokateure eingeschleust zu haben, die sie für die Eskalation verantwortlich machte. Dies sei durch Videoaufnahmen belegt, so die Ärztin.

Im Norden an der Karibikküste brannten 32 Container mit für den Export bestimmten Bananen, die Ladung wurde geplündert. Ein Video zeigt zahlreiche Lastwagen des US-Lebensmittelvermarkters Dole Food Company, die in Flammen stehen.

US-Antidrogenbehörde ermittelt gegen Präsident Hernández

Präsident Juan Orlando Hernández ist seit Beginn seiner zweiten Amtszeit, die nur durch eine Verfassungsänderung möglich war, mit Protesten konfrontiert. Am Donnerstag der Vorwoche bestätigte die US-Antidrogenbehörde DEA, dass sie nicht nur gegen seinen im Vorjahr in Miami festgenommenen Bruder Antonio Hernández Alvarado, sondern auch gegen den Staatschef selbst wegen Exports mehrerer Tonnen Kokain in die USA Ermittlungen eingeleitet hat.

Präsident gestand Korruption

Der US-Anklage zufolge hat Präsident Hernández zugegeben, seine erste Wahlkampagne mit Bestechungsgeldern finanziert zu haben. Er habe insgesamt 150.000 Dollar von Firmen erhalten, die im Gegenzug überteuerte Aufträge vom Sozialversicherungsträger IHSS erhielten. Die Finanzen seiner Nationalen Partei verwaltete damals seine Schwester Hilda Hernández, gegen die ebenfalls DEA-Ermittlungen laufen.

Sicherheitsminister Julián Pacheco hat sich dem Dokument zufolge selbst belastet, als er im Jahr 2014 als Geheimdienstchef mit einem verdeckten Ermittler verhandelte, der sich als Drogenhändler ausgab. Die DEA filmte das Gespräch, in dem Pacheco anbot, beim Transport einer Kokainladung Richtung USA behilflich zu sein. (bed, 3.6.2019)