Seit China zu Jahresanfang den Import von 24 Sorten Recyclingmaterialien, darunter unsortierter Plastikmüll und alte CDs, verboten hat, haben westliche Müllexporteure ein Problem. Dort landeten nämlich bisher sieben Millionen Tonnen, also mehr als die Hälfte der weltweit anfallenden Kunststoff-, Papier- und Metallabfälle. Thailand, Malaysia und Vietnam haben ähnliche Regelungen eingeführt, kämpfen aber mit falsch deklarierten Importen.

Lediglich neun Prozent der Plastikabfälle, die auf der ganzen Welt anfallen, werden laut Greenpeace recycelt. Zwölf Prozent werden verbrannt, wobei giftige Abgase entstehen, wenn keine Filter verwendet werden, der Rest landet auf Deponien.

Container voller Plastikmüll stehen im Hafen Port Klang bei Kuala Lumpur bereit für den Rücktransport.
Foto: APA/AFP/MOHD RASFAN

Im Jahr 2016 importierte Malaysia 168.500 Tonnen Müll, im ersten Halbjahr 2018 waren es 465.000 Tonnen. Allein eine britische Firma brachte in den vergangenen zwei Jahren 50.000 Tonnen Plastikabfälle ins Land. Zahlreiche neue Recyclinganlagen entstanden, viele ohne Genehmigung und Umweltauflagen, und angesichts des chinesischen Importstopps drohen diese Zahlen weiter zu steigen. In Thailand erhöhten sich die Importe in diesem Zeitraum um 1.000 Prozent.

Illegale "Recyclinganlage" in Jenjarom, Malaysia.
Foto: REUTERS/Lai Seng Sin

Eine Ende April veröffentlichte Studie der malaiischen Regierung nennt 14 Hauptursprungsländer falsch deklarierter Müllimporte, darunter die USA, Japan, Frankreich, Kanada, Australien, Großbritannien und Deutschland. Umweltministerin Yeo Bee Yin kündigte bei der Präsentation an, zukünftig Müll in die Herkunftsländer zurückzuschicken: "Malaysia wird nicht die Mülldeponie der Welt sein", erklärte sie. Ende Mai wurden fünf Container zurück nach Spanien geschickt, in den kommenden zwei Wochen sollen 3.000 weitere Tonnen Abfall die Reise nach Westen antreten.

Umweltministerin Yeo Bee Yin kündigt an, illegal importierten Müll künftig "gnadenlos" zurückzuschicken.
Foto: AP/Vincent Thian

Eine langfristige Lösung des Problems soll die Ergänzung des Basler Übereinkommens über den grenzüberschreitenden Transport gefährlicher Abfälle sicherstellen, auf die sich Mitte Mai 184 Uno-Mitgliedsstaaten einigten. Wenn diese 2021 in Kraft tritt, dürfen Exporteure keine kontaminierten, gemischten oder nicht wiederverwertbaren Plastikabfälle mehr verschiffen, bevor sie die Zustimmung des Empfängerlandes eingeholt haben.

Als einzige entwickelte Länder nicht ratifiziert haben das Basler Übereinkommen die USA, die 80 Prozent ihres Elektronikschrotts exportieren, und San Marino. (bed, 4.6.2019)