Der Apple-Zulieferer Foxconn hat ungeachtet seiner Zusage zur Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA 155 Stellen von dort nach Mexiko verlagert. Dies geht aus einer Mitteilung des Konzerns mit Sitz in Taiwan an den Bundesstaat Indiana sowie Unterlagen des US-Arbeitsministeriums hervor, die die Nachrichtenagentur Reuters über das US-Informationsfreiheitsgesetz anforderte.

Demnach gab Foxcomm den Stellenabbau in einer Fabrik nahe Indianapolis im November bekannt. Im Februar machte das Arbeitsministerium dafür die Verlagerung von Jobs nach Mexiko verantwortlich. Foxconn-Vertreter nahmen zu den Angaben zunächst nicht Stellung.

Realität

Die 155 Stellen stehen im Verhältnis zu den 988.000 Mitarbeitern, die Foxconn nach eigenen Angaben weltweit beschäftigt. Allerdings steht der Konzern im Fokus, weil er 2017 bei einer Zeremonie im Weißen Haus die Schaffung Arbeitsplätzen in den USA angekündigt hatte. Diese sollten in einem neuen Werk in Wisconsin mit 13.000 Beschäftigten entstehen. Allerdings hat Foxconn inzwischen erklärt, diese Pläne zu prüfen. US-Präsident Donald Trump hatte die Foxconn-Ankündigung als Beleg dafür angeführt, dass er die Fertigung in den USA wieder ankurbelt. Er hat Unternehmen mit Strafen gedroht, die Arbeitsplätze ins Ausland verlegen sowie mit Zöllen auf Importe aus Mexiko. Eine Stellungnahme des US-Präsidialamts lag zunächst nicht vor. (Reuters, 5.6.2019)