Trier – Forscher der Universität Trier machen sich daran, die Schifffahrtstechnologie des Römischen Imperiums einem Praxistest zu unterziehen: In einem 2017 begonnenen Projekt haben sie einen antiken Handelssegler nachgebaut – als Vorlage diente das Wrack eines Schiffs, das im 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung gesunken war. Bald soll die Rekonstruktion in der Mosel zu Wasser gelassen werden.

"Für uns ist fantastisch, dass wir dann zum ersten Mal die Eigenschaften eines römischen Segelschiffes exakt messen können", sagt Projektleiter Christoph Schäfer, Althistoriker an der Uni Trier. Das Schiff ist 16 Meter lang, fünf Meter breit, fast ebenso hoch und wurde in den vergangenen zwei Jahren von Forschern, Studenten und Handwerkern originalgetreu nachgezimmert.

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Das Original war im 3. Jahrhundert in der Bucht von Laurons nahe Marseille bei einem Sturm untergegangen – deshalb trägt der Nachbau auch den vorläufigen Namen Laurons 2. In den 1980er Jahren wurde das Wrack ausgegraben und erwies sich als so gut erhalten, dass es als Vorlage für einen Nachbau herangezogen werden konnte. Die Pläne stammen vom Museum für Antike Schifffahrt in Mainz. Das Team erhofft sich von seinem Projekt Daten zur Leistungsfähigkeit antiker Handelsschiffe.

Wenn das Schiff in die Mosel komme, sei es noch nicht dicht, erklärt Schäfer: "Es läuft erst einmal Wasser rein, damit das Holz aufquellen kann. Bis zur Schiffstaufe wird es aber schwimmen." Diese ist am 5. Juli geplant. "Und dann kriegt das Schiff einen richtig ordentlichen Namen, der auch etwas mit Trier zu tun hat", sagt Schäfer. Welchen, das sei noch geheim. (APA, red, 5. 6. 2019)