Wien – Fünf Spitzenforschungsinstitute wollen im Netzwerk BRIDGE (Basic Research Institutions Delivering Graduate Education) voneinander lernen. Die Plattform wurde am Mittwoch in Wien anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Institute of Science and Technology (IST) Austria vorgestellt. Ziel sei es, Exzellenz in wissenschaftlicher Forschung und Ausbildung durch Kooperation zu stärken.

Neben dem IST Austria sind das Francis Crick Institute (Großbritannien), das Weizmann-Institute (Israel), das Okinawa Institute of Science and Technology (Japan) und die Rockefeller University (USA) Gründungsmitglieder des Netzwerks. Sie alle würden sich dadurch auszeichnen, dass sie ausschließlich Grundlagenforschung und Doktoratsausbildung kombinieren und sich damit von Universitäten, die auch Grundausbildung anbieten, und reinen Forschungsinstituten unterscheiden, sagte der britische Medizinnobelpreisträger und Direktor des Crick Institute, Paul Nurse.

Von anderen lernen

"Wir wollen nicht das Rad neu erfinden", erklärte Mary Collins vom 2011 gegründeten Okinawa Institute. Und auch IST-Präsident Thomas Henzinger betonte: "Wir sind mitten in unserer Entwicklung und können von anderen lernen." So unterschiedlich die am Netzwerk teilnehmenden Institute hinsichtlich Alter und fachlicher Ausrichtung auch sind, alle würden vor den selben Herausforderungen stehen.

Als Beispiele dafür nannte Henzinger etwa die Vermittlung und Kommunikation von Wissenschaft und deren Ergebnissen. So verwies er etwa auf eine Art "Dating-App" des Weizmann-Institute, mit der man für 15 Minuten online Kontakt zu einem Wissenschafter der renommierten Forschungseinrichtung bekommt, um über ein Thema zu diskutieren. Weitere Themen seien etwa die Förderung und Unterstützung junger Wissenschafter, die erstmals eine Forschungsgruppe leiten, oder die Frage, wie man teure Forschungs-Infrastruktur optimal an einem Institut nutzt und teilt.

Brücke zwischen den Kulturen

Nicht geplant sei, über das Netzwerk spezielle gemeinsame Forschungsprojekte oder -kooperationen zu fördern, das passiere besser von den Wissenschaftern selbst, betonten die Institutsvertreter. Collins hofft aber, dass sich die PhD-Studenten der verschiedenen Institute treffen und auch Arbeit und Kultur anderer Einrichtungen kennenlernen.

Wissenschaft werde von Individuen aus verschiedenen Kulturen durchgeführt – und diese Unterschiede seien wichtig, denn die Art wie man Fragen stelle, sei stark davon beeinflusst, aus welcher Kultur man komme, betonte Daniel Zaifman, Präsident des Weizmann Instituts. Auch das BRIDGE-Netzwerk verbinde Menschen verschiedener Kulturen und verbessere damit die Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der teilnehmenden Institute. (APA, 5. 6. 2019)