Leonding – Bittex startete 2017 in Leonding (Bezirk Linz-Land) die damals wohl größte Mining-Farm Zentraleuropas, nun, gut zwei Jahre und eine Branchenkrise später, übersiedelt die Firma ihre Server ins europäische Ausland und will in Österreich verstärkt ihr Know-how anbieten. Der Firmensitz bleibt in Leonding, um die Rechtssicherheit von Österreich für die Kunden zu behalten.

Die wieder steigenden Kurse der Kryptowährungen – Bittex schöpft Ethereum – stimmen positiv. Immerhin standen die 14.400 Grafikkarten in Leonding für die Kunden seit dem Sommer 2018 still. Nun sollen sie ab Mitte des Monats schrittweise wieder anlaufen, allerdings im europäischen Ausland. Dort wird eine Tochterfirma gegründet, als Geschäftsführer wird der schon bisher externe Berater und Gesellschafter Rudolf Engelsberger fungieren, wie er im APA-Gespräch berichtete. Geschäftsführer in Leonding bleibt Gründer Simon Ehrenmüller. Wo die neue Mining-Farm stehen wird solle in Absprache mit dem Vermieter und dem Stromlieferanten erst öffentlich werden, wenn der Betrieb angelaufen sei.

Strompreis garantiert

Zum Auswandern überzeugte ein Partner, "der uns für drei Jahre den Strompreis garantiert", und die Chance, "in absehbarer Zeit rentables Mining" zu betreiben. Erst einmal sollen die Sonderkosten für den Umzug und die neu errichtete Infrastruktur hereingebracht werden. Dann sollen die noch verbliebenen der anfangs rund 700 Investoren aus der Crowdfunding-Phase befragt werden, ab welcher Ertragsquote es weiter gehen soll. 2018 wurde ihre Meinung bereits schon einmal eingeholt und die meisten gaben an, dass mindestens 50 Prozent der geschöpften Leistung in ihr Wallet, also ihr digitales Konto, übergehen solle.

Rechenleistungspakete will man generell nicht mehr anbieten, eher Erfahrungen und Know-how für andere zur Verfügung stellen, erklärte Engelsberger. "Wir wollen Firmen helfen, eine Anlage zu bauen und in Betrieb zu nehmen", verdeutlichte der Deutsche. Eine zweite Schiene seien Beratungen in der Entwicklung der Blockchain-Technologie. "Wir wollen für kleine und mittlere Unternehmen kreativ erarbeiten, wo die Blockchain-Technologie zu tragen kommt", schwebt Engelsberger vor.

Der Unternehmensstratege erhofft sich von dem Umzug vor allem Stabilität. Alles im Bereich der Kryptowährungsbranche sei mit sich extrem schnell ändernden Rahmenbedingungen konfrontiert. Die Branche brauche mehr Verlässlichkeit, auch von den Staaten und den Positionen, die diese einnehmen. Der Geschäftsmann mit Consulting-Firma in der Schweiz glaubt, dass sich Kryptowährungen nachhaltig etablieren, sofern diese Sicherheit gegeben sei. Die Blockchain-Technologie sei ohnehin nicht zu verhindern, weil sie das transparenteste und fälschungssicherste System für Transaktionen sei. (APA, 6.6.2019)