Festnahme in Metapa de Domínguez, Chiapas.

Foto: REUTERS/Jose Torres

Beamte der mexikanischen Einwanderungsbehörde nehmen in Metapa de Domínguez Migranten fest.

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Mexiko-Stadt/Washington – Im Streit mit den USA über Zölle und Einwanderung schickt Mexiko 6.000 Nationalgardisten an seine Südgrenze zu Guatemala. Das kündigte Außenminister Marcelo Ebrard am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Vertretern in Washington an. Die Soldaten sollen verhindern helfen, dass Migranten von Süden ins Land gelangen, um dann über die Nordgrenze in die USA einzusickern.

US-Präsident Donald Trump droht Mexiko mit Zöllen, wenn das Land nicht stärker gegen die Migration vorgeht. So will er den Zuzug von Einwanderern in die USA über Mexiko als Transitland verringern.

Sanktionen gegen Schlepperbande

Außerdem wurde am Donnerstag angeordnet, die Bankkonten einer mutmaßlichen Schlepperbande zu blockieren. Die Gruppe sei an der Organisation von Flüchtlingstrecks in Richtung Norden beteiligt gewesen, teilte das mexikanische Finanzministerium mit. Ermittler des Ministeriums identifizierten den Angaben zufolge 26 mutmaßliche Schlepper.

Die mexikanischen Behörden hatten am Mittwoch zudem einen neuen Treck von hunderten zentralamerikanischen Migranten zumindest teilweise gestoppt. Die Karawane hatte illegal die Grenze zwischen Guatemala und Mexiko überquert. Zwölf Kilometern hinter der Grenze wurden nach Behördenangaben rund 420 Migranten aufgehalten und in eine Hafteinrichtung gebracht. Viele Teilnehmer der Karawane konnten jedoch offensichtlich entkommen. Der Treck soll nach Polizeiangaben ursprünglich aus 1.200 Menschen bestanden haben.

Trum macht Druck

Trump wirft der mexikanischen Regierung vor, nicht energisch genug gegen die illegale Migration vorzugehen. Er hat deshalb angedroht, ab Montag Strafzölle auf mexikanische Importe zu verhängen. Diese sollen zunächst bei fünf Prozent liegen und bis Oktober auf 25 Prozent steigen – wenn die mexikanischen Behörden nicht doch noch Maßnahmen ergreifen, die aus Sicht der US-Regierung ausreichend sind.

Die Zahl der illegal über die US-Südgrenze gelangenden Menschen hat in den vergangenen Monaten deutlich zugenommen. Dabei handelt es sich meist um Migranten aus El Salvador, Guatemala und Honduras, die vor Armut und Gewalt in ihren Ländern flüchten. Die meisten von ihnen beantragen nach Überqueren der US-Grenze Asyl. Allein im Mai wurden an der Grenze zu Mexiko 144.000 Migranten von US-Beamten aufgehalten oder festgenommen, teilte die US-Grenzschutzbehörde CBP mit. Das war eine Zunahme um 32 Prozent gegenüber April.

Außenminister in Washington

Regierungsvertreter der USA und Mexikos führen seit Tagen Gespräche über den Einwanderungsstreit. Der mexikanische Außenminister Ebrard sagte am Donnerstag, dass es dabei Fortschritte gegeben habe. US-Präsidentensprecherin Mercedes Schlapp kritisierte hingegen, dass die bisherigen mexikanischen Vorschläge "einfach nicht genug" seien. "Es sieht so aus, als bewegen wir auf den Pfad der Zölle zu", sagte sie auf Fox News.

Abschiebungen in Drittländer

Die "Washington Post" berichtete, dass Mexiko zur Abwehr neuer Zölle auch tolerieren wolle, dass Asylwerber aus Mittelamerika in ein Drittland abgeschoben werden. Je ein Vertreter der USA und Mexikos sagte jedoch, Trump könnte der Vereinbarung nicht zustimmen.

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador kündigte unterdessen an, dass er am Samstag in die Grenzstadt Tijuana reisen will. Dabei wolle er die "Würde Mexikos" und die "Freundschaft mit der Bevölkerung der Vereinigten Staaten" verteidigen. (Reuters, 7.6.2019)