Ich behaupte, dass das beste Wasser der Welt bei mir zu Hause aus der Leitung kommt. Na gut – da schwingt sicher ein großes Maß an Regionalpatriotismus mit und der Superlativ ist nicht so ernst zu nehmen. Doch immerhin gibt es im Ort seit Jahrzehnten eine Fabrik, die unser Quellwasser zum Mineralwasser veredelt und es weit über die Landesgrenzen hinaus verkauft. Unserem Wasser wird auch heilende Wirkung zugeschrieben. Vom Kaiser abwärts kam schon allerlei Prominenz in den Ort und unterzog sich einer Thermalkur. Vor fünfzig Jahren wurde das erste öffentliche Thermalbad Österreich in den Felsen gebaut. Und noch einmal hundert Jahre früher hat sich der Nachbarort das Recht erstritten, dass ein Teil unseres Thermalwassers talauswärts geleitet wird, damit die Gäste auch dort kuren können.

Das Bekenntnis zum heimischen Wasser in der Landesverfassung

Aus gegebenem Anlass haben die Landespolitiker diese Woche ausgiebig über das unser heimisches Quell- und Grundwasser diskutiert. Natürlich haben sich alle zum heimischen Wasser und dazu bekannt, dass es nie und nimmer in die Hände internationaler Konzerne kommen darf. Die Abgeordneten der Landeshauptmannpartei verwiesen darauf, dass der Schutz des heimischen Wassers seit 15 Jahren (erst so kurz?) in der Landesverfassung festgeschrieben sei. Gut so. Hoffen wir also inständig, dass es nie mehr wieder einfach und opportun gestrickte Geister von der Oppositions- auf die Regierungsbank verschlägt, wo sie dann auf die Idee kommen, das Recht müsse der Politik folgen und die Politik das heimische Wasser an russische Investoren verscherbeln. (Markus A. Gaßner, 7.6.2019)

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