Jubel und Erleichterung.

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Franco Foda dürfte erleichtert sein.

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Konrad Laimer im Zweikampf.

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Der Torjubel von Arnautovic.

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Die "Hurricanes Österreich", der größte (einzige?) Fanklub des Fußballnationalteams, hatten aufgrund der zuletzt schwachen Leistungen und hohen Eintrittspreise einen Stimmungsboykott während der ersten Halbzeit angekündigt. Der Schaden hat sich in Grenzen gehalten, laut ist es bei Heimländerspielen selten bis nie. Speziell in Klagenfurt. Am Pfingstmontag, wenn Österreich in Skopje gegen Nordmazedonien kickt (20.45 Uhr, ORF 1), wird von den Tribünen mehr Lärm kommen, das liegt an den nordmazedonischen Fans.

Am Freitagabend war also Slowenien, die Nummer 63 der Rangliste, vor 19.200 Zuschauern im Wörthersee Stadion zu Gast. Nach dem fatalen Start in die EM-Qualifikation (0:1 in Wien gegen Polen 2:4 in Haifa gegen Israel und Andreas Herzog) hatte die Partie schon Finalcharakter. Vor Anpfiff gab es eine schlechte Nachricht, Kapitän Julian Baumgartlinger musste aufgrund einer akut gewordenen Entzündung im Sprunggelenk passen, er fehlt auch in Skopje. David Alaba trug die Schleife. Teamchef Franco Foda beorderte Konrad Laimer auf Baumgartlingers Position im defensiven Mittelfeld. Es wurde ein flexibles 4-2-3-1-System praktiziert, Marko Arnautovic mimte in seinem 80. Länderspiel die Solospitze.

Starker Tormann

Österreich war von Beginn an redlich bemüht und schwer überlegen, in der 11. Minute auch gefährlich: Flanke Alaba, Arnautovic volliert drüber. 14. Minute: Weltklassetormann Jan Oblak wird von Marcel Sabitzer leicht geprüft. Der Ballbesitz lag bei rund 65 Prozent. Die Leistung gegen biedere Slowenen war trotzdem durchwachsen, es fehlte an Präzision. 25. Minute: präzise Flanke Alaba, Kopfball Sabitzer, Weltklassereflex Oblak. 33. Minute: Xaver Schlager scheitert an sich selbst. Pausenstand 0:0.

Auch in der zweiten Halbzeit passte das Engagement, Klasse, Entschlossenheit, Tempo und Spielwitz kann man aber nicht kaufen. 71. Minute: Guido Burgstaller ersetzt Sabitzer. Und das sollte sich auszahlen. 74. Minute: Alaba spielt den diesmal eher unauffälligen Arnautovic steil an, der macht eine Drehung, lässt den Verteidiger stehen, schießt flach und scharf, Oblak wehrt kurz ab, Schalke-Legionär Burgstaller staubt zum erlösenden 1:0 ab. Sein zweites Tor im 24. Einsatz für Österreich.

Verdient

Der Sieg war absolut verdient, obwohl Slowenien im Finish aktiver und fast gefährlich wurde. Fußballerisch gibt es freilich sehr viel Luft nach oben, Bescheidenheit ist eine fast schon traditionelle Zier. Lobenswert war, dass man geduldig geblieben und nicht in Panik verfallen ist. Arnautovic sah das genauso: "Wichtig war, dass wir immer an uns geglaubt haben. Ich bin stolz auf die Mannschaft, aber wir brauchen mehr, müssen die Chancen nützen." Laimer sagte nach seinem letztendlich erfolgreichen Startelfdebüt: "Wir wussten, dass es schwierig wird, wir haben es spannend gemacht. Wichtig sind die drei Punkte."

Polen siegte in Nordmazedonien 1:0, Israel in Lettland durch drei Treffer von Eran Zahavi sogar mit 3:0. Österreichs Lage in der Gruppe G ist somit nicht wirklich besser geworden. Aber sieben Partien stehen noch aus. Fortsetzung am Montag in Skopje. (hac, 7.6.2019)

Fußball-EM-Qualifikation – Gruppe G, 3. Runde:

Österreich – Slowenien 1:0 (0:0).
Klagenfurt, Wörthersee-Stadion, 19.200, SR Kulbakow (BUL)

Tor: 1:0 (74.) Burgstaller

Österreich: Lindner – Lainer, Dragovic, Hinteregger, Ulmer – Laimer (82. Ilsanker), Schlager – Lazaro, Sabitzer (71. Burgstaller), Alaba (90. Kainz) – Arnautovic

Slowenien: Oblak – Stojanovic, Al. Struna, Mevlja, Jokic – Crnigoj (78. Beric), Bijol (63. Popovic), Kurtic, Zajc (69. Bohar) – Ilicic, Sporar

Gelbe Karten: Lazaro, Burgstaller bzw. Crnigoj