Verwandte von IS-Kämpfern warten auf Transporte, die sie aus dem Camp Al-Hol in Syrien bringen.

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Baghouz – Die syrischen Kurden haben zwölf Waisenkinder französischer Jihadisten an Frankreich übergeben. Ein Vertreter der kurdischen Selbstverwaltung, Abdelkarim Omar, sagte am Montag, sie hätten die Kinder am Sonntag in der Stadt Ain Issa an eine Delegation des französischen Außenministeriums übergeben.

Im gleichen Zuge seien auch zwei niederländische Waisenkinder an eine Delegation ihres Heimatlandes übergeben worden. Die Eltern der Kinder waren im Kampf für die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) getötet worden. Die Kinder lebten zuletzt in Flüchtlingslagern im kurdischen Nordosten Syriens. Das älteste Kind ist zehn Jahre alt. Bisher hat Frankreich aus Syrien nur eine Handvoll Waisenkinder sowie ein dreijähriges Mädchen zurückgenommen. Paris geht davon aus, dass sich rund 450 französische Jihadisten und ihre Angehörigen in Syrien in Haft befinden.

Seit der Einnahme der letzten IS-Bastion Baghouz im Osten Syriens Ende März halten die syrischen Kurden tausende ausländische Jihadisten und ihre Angehörigen in Gefängnissen und Lagern fest. Seit Monaten drängen sie die Heimatländer, ihre Staatsbürger zurückzunehmen. (APA, AFP, 10.6.2019)