Eine ganze Generation ist mit der Utopie einer Föderation der Vereinigten Planeten aufgewachsen mit den "Abenteuern des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung fünf Jahre lang unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen …". Abgesehen davon, dass sich dort in der heißen Phase des Kalten Krieges (1966 - 1969) ein Russe von einem Amerikaner kommandieren ließ und sich erstmals im prüden US-Fernsehen ein weißer Mann und eine Afrikanerin küssten (wenngleich nur unter "telekinetischem" Zwang des bösen Herrschers auf einem fernen Planeten), konnte man sich immer wieder für die Technik begeistern: für den Transporter, den Transponder und – den Kommunikator. Letzterer entspricht dem Handy unserer Zeit. In einigen Folgen verfügt der Kommunikator sogar über Videoübertragung. Damit konnten sich der Japaner (Sulu) und der Schotte (Scotty), der Vulkanier (Spock) und der Amerikaner (Kirk) schnell und unkompliziert im Dienst der guten Sache austauschen. Der Kommunikator der Originalserie diente dem späteren Entwicklungschef von Motorola als Vorlage für die Produktentwicklung zu einem der ersten Handys, mit dem sicher jeder als ein kleine Captain Kirk fühlen konnte. Es ist wohl eine Ironie der Geschichte, dass nun ausgerechnet rund um das Smartphone ein Technologiekrieg vom Zaun gebrochen wird, der die weitere Entwicklung der Mobilkommunikation um (Licht-)Jahre zurückwerfen wird. (Markus A. Gaßner, 11.6.2019)

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