Die einen tun's heimlich, die anderen geben große Party: Real-Madrid-Kapitän Sergio Ramos heiratete am Wochenende seine langjährige Partnerin, die TV-Moderatorin Pilar Rubio.
Foto: AP/Pizarro

Pro
von Anne Feldkamp

Es gibt Dinge, an die habe ich bislang kaum einen Gedanken verschwendet. Ein Hochzeitsfest zum Beispiel. Als wäre es nicht schon Herausforderung genug, ein möglichst glaubwürdiges Ja über die Lippen zu bringen.

Aber noch dazu ein heiteres Unterhaltungsprogramm absolvieren, das nicht nur den Freunden und der Schwiegermutter passt, sondern auch noch möglichst "instagrammable" auf einem Landgut in der Toskana über die Bühne geht? Mäßig reizvoll.

Vielleicht ist aber auch das eigentliche Problem: Never ever habe ich von einem Prinzessinnenkleid, von mehrstöckigen Cremetorten, herzförmigen Heliumballons, Strumpfbandversteigerungen und dem Prinz im Anzug geträumt.

Und ich bin mir sicher: Damit bin ich nicht allein. Zu oft ist mir in den letzten Jahren ein Stöhnen über verkniffen kreative Hochzeitsfeiern zu Ohren gekommen. Deshalb gilt für mich: wenn überhaupt, dann heimlich, still und leise. Ob, wann und wo es so weit ist? Bleibt natürlich mein Geheimnis.

Kontra
von Bernadette Redl

"Es ist einfach die Party deines Lebens!", hat ein verheirateter Kollege unlängst zu mir gesagt. Und damit hat er wohl recht. Auf der eigenen Hochzeit kennt man jeden an jedem Tisch. Besser geht's nicht! Und groß heiraten stillt die Neugier von Freunden und Familie.

Endlich sehen sich mal alle, die so zum eigenen Leben dazugehören, nachdem sie vorher immer nur Geschichten übereinander gehört haben. Und in den Jahren danach kann man sagen: "Weißt eh, das war die, die bei unserer Hochzeit ..."

Klar: Ja zueinander sagen macht den Bund fürs Leben offiziell. Aber irgendwie gehört dazu auch, dass die beste Freundin endlich weiß, wie die Schwiegermutter ausschaut. Sowieso: Wenn Eltern und Freunde sich treffen – das ist was Großes.

Und letztendlich heißt Heiraten ja auch, dass man öffentlich zueinandersteht, warum es dann also heimlich machen? Alle freuen sich mit dir und feiern das eigene Glück. Wer das nicht macht, hat was verpasst. Ach ja, und es gibt eine offene Bar! (RONDO, 17.6.2019)