Die Front Altair soll nach iranischen Angaben gesunken sein. Die Reederei dementiert.

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Das Schiff stand jedenfalls nach dem Angriff in Brand.

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Manama/Maskat – Nach einem Angriff auf zwei Tankschiffe im Golf von Oman soll eines der Schiffe gesunken sein. Das meldet die iranische Nachrichtenagentur Irna. Die Front Altair sei nach dem Zwischenfall untergegangen. Die Reederei Frontline dementierte die Meldung jedoch umgehend.

Einem vorangegangenen Medienbericht zufolge wurde das Schiff der norwegischen Reederei von einem Torpedo getroffen. Der Tanker habe sich zu dem Zeitpunkt vor der Küste von Fujaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten befunden, berichtete die Fachzeitung "Tradewinds" unter Berufung auf nicht näher genannte Branchenkreise.

Frontline bestätigte, dass der Tanker Front Altair in Brand geraten sei, berichtete die norwegische Zeitung "Verdens Gang". Alle 23 Besatzungmitglieder seien an Bord eines anderen Schiffes in Sicherheit. An Bord der Front Altair, die von Taiwans staatlichem Ölkonzern CPC Corp gechartet wurde, befinden sich 75.000 Tonnen Rohbenzin.

Bei dem zweiten angegriffenen Schiff handelt es sich um den mit Methanol beladenen Tanker Kokuka Courageous, bestätigte ein Sprecher des Betreibers BSM Ship Management aus Singapur. Das Schiff sei auf der Steuerbordseite beschädigt worden, alle 21 Besatzungsmitglieder konnten auf der in der Nähe befindlichen Coastal Ace in Sicherheit gebracht werden. Eine Person wurde bei dem Vorfall verletzt und nach der Bergung erstversorgt. Der BSM-Sprecher erklärte, es bestehe keine Gefahr, dass die Kokuka Courageous sinke. Die Ladung sei intakt.

Die US-Marine hatte zuvor gemeldet, zwei Notrufe erhalten zu haben. Es gebe Berichte, dass dort zwei Tanker angegriffen worden seien. Die Notrufe seien zwischen 6 und 7 Uhr Ortszeit (5 und 6 Uhr MESZ) eingegangen, teilte die 5. Flotte der US-Marine in Bahrain am Donnerstag mit. US-Schiffe seien in der Region unterwegs und leisteten Hilfe, erklärte die US-Flotte. Auch die Informationsplattform UKMTO der britischen Marine berichtete von einem Zwischenfall. Die Organisation registriert und untersucht Angriffe auf Handelsschiffe in der Region.

Sabotageakte

Anrainer der Meerenge sind der Iran sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und der Oman. An diesem Donnerstag endet der Besuch des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe im Iran, der dort im Atomkonflikt mit den USA vermitteln will.

Bereits vor vier Wochen hatten die VAE Sabotageakte gegen vier Handelsschiffe im Golf von Oman gemeldet. Nach saudi-arabischen Angaben wurden zwei Tanker des Landes schwer beschädigt. Die genauen Umstände blieben jedoch unklar. US-Sicherheitsberater John Bolton sprach später von Angriffen mit Seeminen, für die "fast sicher" der Iran verantwortlich sei. Beweise dafür legte er nicht vor, der Iran sprach von "lächerlichen Behauptungen".

Im Konflikt mit dem Iran hatten die USA zuletzt ihre Militärpräsenz in der Golfregion verstärkt. Die 5. US-Flotte ist im Emirat Bahrain stationiert. Sie ist unter anderem für den Persischen Golf, den Golf von Oman und das Rote Meer zuständig. (red, APA, Reuters, 13.6.2019)